Im Grund bedingten die vorgelegten Pläne einen 
aufwendigen und wohl teuren Neubau und keines- 
wegs einen kostengünstigen Umbau. Das Projekt 
wurde dann auch nicht ausgeführt. Man beschränk- 
te sich darauf, im Frühjahr 1863 das bestehende 
Schulhaus provisorisch als Wohnung für den Fürsten 
einzurichten. Eine Aktennotiz der Hofkanzlei im 
Fürstlichen Hausarchiv in Wien erwähnt für 1864 la- 
pidar «Gutenberger Gebdude Reparatur».® Zwei 
Jahre später war die Reparatur wohl abgeschlossen, 
denn Fürst Johann Il. konnte bei einem Besuch in 
Liechtenstein 1866 die Räumlichkeiten erstmals be- 
nutzen. Später (1873) wurde dort ein «Töchterinsti- 
tut» eingerichtet. Von einer fürstlichen Residenz war 
niemals mehr die Rede. 
Wer war Urheber der Pläne? 
Wer aber hatte diese Pläne entworfen? Zuerst publi- 
ziert, richtig datiert und lokalisiert hat das Projekt 
unter dem Titel «Pläne eines ländlichen Schlosses auf 
Gutenberg» Gustav Wilhelm 1978.° Er deckte auf- 
grund von Quellenstudien das historische Umfeld 
des Jahres 1862 auf und stellte die Verbindung zu 
dem aufgefundenen Vaduzer Plansatz her.^ Seine 
Suche nach dem Autor der Pläne führte ihn in das 
Wiener Architektenmilieu um den regierenden Für- 
sten. Doch sie mündete im Ungewissen: Stammte 
das Projekt etwa von Joseph Wessiken (1837-1918), 
der im Auftrag von Fürst Johann ll. und seiner 
Schwester Fürstin Sophie Lówenstein zusammen mit 
dem berühmten Wiener Dombaumeister Friedrich 
von Schmidt die soeben erworbene Burg Fischhorn 
bei Zell am See im Salzburger Land neugotisch wie- 
derherstellte? Oder war ein anderer Schmidt-Schüler 
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Abb. 15. Neugotischer Villenentwurf von Josef Wessiken, 1876 
(Fürstliche Smlg. Wien) 
Abb. 16: Neugotischer Villenentwurf von Ignaz Banko, 1872 
(Fürstliche Smlg. Wien) 
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Achtung: Nicht gebaut! Utopien um Schloss Vaduz im 19. Jahrhundert 
 
        

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