Zusammenfassung 
Die Eröffnung der Vorarlberger Bahn (1872) mit der 
Zweiglinie durch das Fürstentum Liechtenstein (Feld- 
kirch-Schaan/Vaduz-Buchs) und dem damit mögli- 
chen Anschluss an die Schweizer Rheintalbahn sowie 
der Bau der Arlbergbahn (Eröffnung 1884) waren 
eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen 
Aufschwung Liechtensteins. 
Vor dem Ausbau der Schienenwege erfolgte der Wa- 
renverkehr durch Liechtenstein entlang der alten 
Handelsstrasse über den Splügen nach Italien. Starke 
landwirtschaftliche Strukturen prägten lange Zeit das 
Fürstentum Liechtenstein und die Beschäftigung in 
der Landwirtschaft (unter anderem Viehzucht, Obst- 
und Weinbau) diente als Haupterwerb. 
Die Impulse zum Bau der Vorarlberger Bahn und Arl- 
bergbahn erfolgten durch den Feldkircher Textilin- 
dustriellen und ersten Präsidenten der Vorarlberger 
Handelskammer, Carl Ganahl, der sich jahrzehnte- 
lang für eine Eisenbahnverbindung von Vorarlberg 
über den Arlberg nach dem österreichischen Mutter- 
land einsetzte. 
Trotz grosser Bemühungen des Fürstentums Liech- 
tenstein, den Schienenweg durch das ganze Land zu 
führen, konnte nur das Unterland eine Eisenbahn- 
verbindung erhalten. Zeugen dieses Bahnbaus sind 
die Stationsanlagen Schaan/Vaduz und Nendeln 
sowie die erst später errichtete Haltestelle Schaan- 
wald. Die ursprünglichen Stationsbauten wurden als 
Zweckbauten ausgeführt und erinnern an die damals 
in Österreich nach einheitlichen «Hochbau-Normali- 
en» errichteten Aufnahmegebäude. 
Im Lauf der Jahre wurden die Stationsgebäude durch 
Erweiterungsbauten den Bedürfnissen angepasst 
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und somit baulich verändert. Ausser den Hochbau- 
ten zählt die Rheinbrücke Schaan-Buchs zu den be- 
deutenden Bauwerken. Die alten Tragwerke hielten 
dem Rheinhochwasser von 1927 stand und wurden 
1935 durch eine Neukonstruktion ersetzt. 
Seit Jahrzehnten hat sich vor allem durch die Voll- 
motorisierung im Strassenverkehr auch das Bild der 
Eisenbahn in Liechtenstein verändert. Mit Ausnahme 
der Station Nendeln, welche die Funktion einer Kreu- 
zungsstation hat, ist die Station Schaan/Vaduz und 
die Haltestelle Schaanwald nicht mehr besetzt. 
Die Eisenbahn durch Liechtenstein übernimmt heute 
im Wesentlichen die Aufgabe einer Transitlinie auf 
einer bedeutenden Ost-West-Verbindung. Unter 
diesem Aspekt stellte Liechtenstein Projektvarianten 
über eine neue Trassenführung vor. 
Im Jahr 2000 wird der Versuch unternommen, mit 
der Einführung des Liechtenstein-Takts der Bevölke- 
rung auch einen verbesserten Schienen-Nahverkehr 
in der Region zu bieten. Die Errichtung einer neuen 
Haltestelle Forst-Hilti soll vor allem Pendler als neue 
Zielgruppe ansprechen. 
Mit Ausnahme der Jahre 1938 bis 1945, als die Be- 
triebsführung durch die Deutsche Reichsbahn erfolg- 
te, bedienten ausschliesslich österreichische Bahn- 
verwaltungen die Eisenbahnlinie durch Liechten- 
stein. Seit der Eröffnung der Arlbergbahn erfüllt die 
internationale Eisenbahnlinie durch das Fürstentum 
Liechtenstein eine wichtige Verbindungsfunktion im 
«Herzen Europas». 
Lothar Beer 
Weissenreuteweg 16 
A-6900 Bregenz 
Der Eisenbahnbau in Liechtenstein 
 
        

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