Die Weberei Jenny in Triesen 
Die Weberei Triesen ist die álteste erhaltene Fabrik- 
anlage Liechtensteins. Sie bildet am Fuss der Liech- 
tensteiner Alpen ein eindrückliches Ensemble von 
Fabrikbauten und Fabrikantenvilla, wobei die Mari- 
enkapelle auf dem L-fórmigen Fabrikareal in die 
parkartig gestaltete Umgebung im Nordwesten der 
Fabrik mit einbezogen wurde. Parallel an der Hang- 
kante stehen an einer internen Fabrikstrasse talseitig 
der Fabrikhauptbau und gegen die Hanglehne im 
Süden der Lagerbau und im Norden das ehemalige 
Kesselhaus und heutige Heizungsgebáude mit der 
Schlosserei. Freistehend treten der Hochkamin, der 
Gasometer und das Tanklager in Erscheinung. Die 
kleine Werkstrasse wirkt als langgezogener Gassen- 
raum, der über einen Vorplatz in die Dorfstrasse 
mündet. Der obere, óstliche Bereich des Gelándes ist 
unverbautes, mit Obstbáumen bestandenes Gras- 
land, wodurch das Ensemble, náhert man sich über 
die Gebirgsstrasse von Triesenberg, besonders domi- 
nant und geschlossen in Erscheinung tritt. 
Der lange Hauptbau umfasst vier Bauabschnitte: den 
Nordbau mit dem Kraftwerk, die beiden Mittelbau- 
teile und den Flachdachbau. Der Nordbau geht im 
Kern auf die àlteste erhaltene Fabrik Liechtensteins 
zurück. Dieser Kern besteht aus der wieder aufge- 
bauten Kirchthaler'schen Weberei von 1863. Der 
viergeschossige, satteldachgedeckte Mischbau weist 
massives verputztes Natursteinmauerwerk und Auf- 
und Ausbausubstanz aus verschiedenen Epochen bis 
1937 auf. Neben einem relativ aufwändig gebauten 
Treppenhaus zeichnet sich das Innere durch unein- 
heitliche Tragstrukturen mit Zwischenwänden, Holz- 
säulen und Unterzügen auf. Auffallend ist der risalit- 
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Abb. 3: L-förmig umfasst die Webereianlage Triesen mit der 
Fabrik und der Fabrikantenvilla die Marienkapelle. 
Foto Bärtschi; Pfister 1993 (Triesen), S. 19. 
artige Anbau, der Aborte enthält. 1876 wurde in die- 
sem Bauteil vermutlich auch eine Färberei eingerich- 
tet. Im Flachdachanbau gegen die Dorfstrasse befin- 
det sich die Turbinenanlage. In den Jahren 1871 und 
1879 erfolgte eine dreigeschossige Verlängerung des 
Altbaus für die Aufnahme von weiteren rund 150 
Webstühlen. 1888 erhielt die Weberei-Erweiterung 
eine Ventilationsanlage und ein Jahr später wurde 
der Nordbau auf die Höhe des Mittelbaus aufge- 
stockt. Entstanden ist so ein typischer Weberei- 
Hochbau mit einer eindrucksvollen Länge von 21 
Fensterachsen auf schmalem Grundriss. Die vielen 
einheitlichen, hochrechteckigen, nicht mit Fenster- 
Bauzeugen der Industrialisierung 1820 bis 1920 
  
 
        

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