Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000131393/77/
Der Europäische Wirtschaftsraum EU-Binnenmarkt durch den Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse. Vor allem die negativen Effekte der Nichtteilnahme sollten vermieden werden.155 Weitere Liberalisierungsimpulse bringt die EWR-Teilnahme aufgrund des freien Kapitalverkehrs, des freien Dienstleistungsverkehrs, der Verbesserung des Ursprungsregimes und der Anwendung gemein­ samer Regeln und Normen, z.B. im Wettbewerbsrecht und im öffent­ lichen Auftragswesen. Auch wenn einige Studien Handels- und Wohl­ standseffekte (makroökonomische Effekte) der EWR-Mitgliedschaft berechnen156, so sind die Effekte auf der Unternehmens- und Verbrau­ cherebene (mikroökonomische Effekte) aufgrund der Harmonisie- rungs- und Deregulierungsschritte von grösserer Bedeutung. Der EWR garantiert den problemlosen Zugang zum wichtigen EU-Markt und führt eine sofortige Senkung der unternehmerischen Kosten herbei. Sin­ kende Kosten und zunehmender (Qualitäts-)Wettbewerbsdruck wie­ derum führen langfristig zu unternehmerischen Anpassungsstrategien, Innovationseffekten 
(non-price-effects) und Einkommenseffekten. Eine Studie von 
Ernst & Young hat gezeigt, dass die Anpassungsstrategien der EFTA-Unternehmen insbesondere darauf hinausliefen, strategische Allianzen und 
Joint Ventures einzugehen sowie neue Marketingstrate­ gien zu lancieren.157 Die oben genannten Effekte variieren in Abhängigkeit von der vor dem Beitritt existierenden sektoriellen Protektionsschwelle und den je­ weiligen nationalen Wirtschaftsstrukturen der beitretenden Länder. Sek­ toren, die bereits dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt waren, werden durch weitere Integrationsschritte weniger berührt als ge­ schützte Sektoren.158 Zu der ersten Kategorie zählen die meisten Indust­ riesektoren. Alle EFTA-Staaten stellen relativ kleine Volkswirtschaften in Bezug auf ihren Binnenmarkt dar. Um komparative Vorteile und Economies-of-Scale nutzen zu können, sind sie auf offene Märkte und intensiveren Aussenhandel angewiesen. Stärkere Integrationseffekte waren im Dienstleistungssektor, im spe­ ziellen im Finanzdienstleistungssektor, zu erwarten, da dieser weniger 155 Zu den Kosten der Nicht-Teilnahme siehe 
Baldwin (1992, S. 9-13) und 
Ems (1992, S. 13-17). 156 Siehe z.B. 
Baldwin 1992, S. 6; 
CEPR 1992; 
Ems 1992; 
Haarland/Norman 1992. Emst & Young 1993, S. 20. f 158 In geschützten, oder auch «sensitiven», Sektoren wird der Handel in erster Linie durch unterschiedliche technische Standards oder administrative Hürden behindert. 77
        

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