Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000131393/34/
"Kleine" Volkswirtschaften und die Regionalisierung der Weltwirtschaft schiedene Industriezweige (Automobile, Flugzeuge, Grossmaschinen­ industrie etc.) benötigen ein Minimum an Produktionsstätten und Spe­ zialisierung, für welche eine kleine Volkswirtschaft nicht die erforder­ lichen Ressourcen bereitstellen kann. Bestimmte Industrien sind selbst für grosse Nationalstaaten unwirtschaftlich (siehe europäischer Flug­ zeugbau, Raumfahrt). Aufgrund einer kleineren Bevölkerungszahl wer­ den der Faktor «Arbeit» und andere ökonomische Ressourcen im Ver­ gleich zu grösseren Staaten vollständiger durch wenige ökonomische Aktivitäten absorbiert. Als weitere Nachteile für Kleinstaaten werden die auf der Produkti­ onsseite, aufgrund fehlender Grössenvorteile, entstehenden höheren Kosten42 sowie der geringe Wettbewerb auf ihrem eigenen Binnen­ markt43 angesehen. Geringer Wettbewerb führt wiederum zu einer ver­ minderten ökonomischen Effizienz. 
Scitovski sieht einen wichtigen Grund für fehlenden Wettbewerb in einer kleinen Volkswirtschaft: «...relations among the small producers composing an industry are often so close and friendly as to keep each of them from engaging in competitive actions that would hurt the rest.»44 Die genannten potentiellen Nachteile eines Kleinstaates, die im Grunde auf der Annahme einer geschlossenen Volkswirtschaft beruhen, lassen sich prinzipiell durch Aussenhandel und regionale Integration kompensieren. Internationaler Handel alleine kann dabei einen grösse­ ren Binnenmarkt nicht vollständig ersetzen, da in der Regel Importquo­ ten oder Antidumping-Massnahmen zwischen den Staaten fortbeste­ hen. Dies gilt insbesondere für Freihandelsabkommen. Zudem ist ein ausländischer Anbieter viel mehr durch einen Mangel an Informationen betroffen als der heimische Anbieter, insbesondere wenn auf fernere Märkte exportiert werden soll. Die Kenntnis des ausländischen Marktes ist in der Regel schlechter als die des Inlandmarktes. Generell werden Kleinstaaten auch dadurch charakterisiert, dass sie wesentlich stärker von Aussenhandel abhängig sind als grosse Staaten, sowohl im Hinblick auf den Absatz von Waren als auch unter dem Ge­ sichtspunkt der Materialbeschaffung. Ihre Exportquote45 ist verhältnis- 12 Rothschild 1993, S. 81. 43 Scitovski 1963, S. 285. 44 Ibid., S. 286. 45 Exporte dividiert durch das Bruttosozialprodukt. 34
        

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