Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000131393/33/
Kleinstaaten in der Weltwirtschaft 2. «Kleine» Volkswirtschaften in der Weltwirtschaft Kleinstaaten34 sind in der ökonomischen Forschung lange weitgehend unberücksichtigt geblieben.35 Kleinstaatenforschung war in den 1950er und 1960er Jahren zumeist auf die ehemaligen, vor allem britischen, Kolonien konzentriert. 
Kuznets, Knox und 
Scitovski haben in den 1960er Jahren erstmals versucht, die spezifischen Probleme und Vorteile eines Kleinstaates zu definieren, Auswege aus der Problematik zu be­ schreiben und wirtschaftliche Erfolge verschiedener Kleinstaaten zu erklären.36 In den 1990er Jahren haben u.a. 
Andriamananjara!Schiff, DeRosa, Ölafsson und 
Schiff versucht, die Auswirkungen regionaler Integration auf Kleinstaaten zu analysieren.37 In der ökonomischen Literatur zur Kleinstaatentheorie werden kleine Volkswirtschaften als eher benachteiligt betrachtet.38 In den 1950er und 1960er Jahren wurden Kleinstaaten als suboptimale Einhei­ ten bezeichnet, die auf jedweden politischen und ökonomischen Druck anfällig reagieren.39 «Limited in its area and variety of natural resources, limited in the number of people within its boundaries, confronted with greater problems of security, the small nation is at a distinct disadvan- tage.»40 Ebenso argumentierte 
Marcy: «It has become a widely accepted view that the world is divided into large nations and small ones and that the latter are always a priori at a comparative disadvantage.»41 Als Konsequenz der Kleinheit ist die Wirtschaftsstruktur kleiner Staaten theoretisch weniger diversifiziert als die grosser Staaten. Ver­ 34 Auf eine ausführliche Definition von «Kleinstaaten» kann an dieser Stelle verzichtet wer­ den (siehe u.a. 
Pemthaler 1999, S. 8-12; 
Lloyd/Sundrum 1982; 
Knox 1967, S. 35-38). Eine multidimensionale Definition geben 
Bhaduri, Mukherji und 
Sengupta (1982, S. 49: «Evi- dently, the  of a country is a multidimensional concept. Usually one particular aspect of smallness is chosen depending on the context. Thus a country may be called  because of its geographical size; or it may be  because its population is small. In a somewhat different context, a country may be considered  because of its nar- row natural resource base or because it has a relatively small domestic market. The former notion of a  country is thus based on the natural characteristics of the country; the latter on its economic characteristics.» » Rothschild 1993, S. 73. 36 Knox 1967; 
Kuznets 1963; 
Scitovski 1963. 37 Andriamananjara/Schiff 1998; 
DeRosa 1998; 
Ölafsson 1998; 
Schiff 1996. 38 Rothschild 1993, S. 78. 39 Ölafsson 1998, S. 1. ,0 Kuznets 1963, S. 31. 41 Marcy 1963, S. 266. 33
        

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