Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000131393/20/
Problemstellung, Zielsetzung und Struktur der Studie ein wichtiges, wenn natürlich auch nicht das einzige Kriterium für die Standortwahl.44 In jedem Fall wurde der EWR-Beitritt im Fürstentum kontrovers dis­ kutiert: Sicherung der Exportmärkte contra intensiverer Wettbewerb, insbesondere für die Gewerbebetriebe; Einheitslizenz und Heimatland­ kontrolle für Banken und Finanzgesellschaften contra Niederlassungs­ und Personenfreizügigkeit; aussenpolitische Profilierung contra Grös- senverträglichkeit; EWR contra Zollunion Schweiz/Liechtenstein (Stichwort: «Quadratur des Kreises»). Die «Quadratur des Kreises» wurde insofern vollzogen, als Liechtenstein Mitglied in zwei Wirt­ schaftsräumen ist.45 
Neben seiner Mitgliedschaft im EWR bildet Liech­ tenstein gleichzeitig eine Wirtschafts- und Währungsunion mit der Schweiz.46 Die Regierung Liechtensteins hat in drei Dokumenten Stellungnah­ men zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der EWR-Mitgliedschaft abgegeben. Die einzige ausführliche Stellungnahme beruht auf einer kurzen Befragung der einzelnen Wirtschaftsverbände.47 Diese Befragung wurde allerdings schon im April 1996 durchgeführt - also bereits nach einem Jahr EWR-Mitgliedschaft - und bietet somit naturgemäss kaum substantielle Ergebnisse. Die Gewerbe- und Wirtschaftskammer (GWK) und die Vertreter der Freien Berufe gaben einhellig an, dass es zu früh sei, konkrete Auswirkungen auszumachen. Die Liechtensteinische In­ dustrie- und Handelskammer (LIHK) gab als die grössten Vorteile an, dass «die ihr angeschlossenen Unternehmen im EWR nicht benachteiligt werden», und «die günstigen Rahmenbedingungen, die vor dem EWR bestanden hätten, würden für den Produktionsstandort Liechtenstein mittel- bis langfristig gesichert.»48 Bezüglich der liechtensteinischen Exportsituation konstatierte die Regierung im Oktober 1997 in einer Interpellationsbeantwortung an 44 Volkmann (1990, S. 36ff.) nennt verschiedene Standortfaktoren, die für eine Standort­ wahl im Binnenmarkt von Bedeutung sind. Er unterscheidet zwischen Faktoren, welche die Beschaffung, die Produktion und den Absatz beeinflussen (z.B. Verfügbarkeit von Arbeitskräften, Transportwege), regionalen Faktoren (z.B. Finanzierungsmöglichkei­ ten, kommunale Infrastruktur) und nationalen Rahmenfaktoren (z.B. politische Stabi­ lität, Steuerbelastungsniveau, sozialer Frieden). 45 Bruha/Gey-Rittb 1998; 
Garrone 1997; 
Gstöhl 1997; 
Neil 1996. 46 Siehe nähert Aüsführungen hierzu in Kapitel C.2. 47 Regierung des Fürstentums Liechtenstein, Bericht und Antrag 44/1996. 48 Ibid., S. 7. 20
        

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