Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000131393/194/
Einsichten und Aussichten Erstens hat Liechtenstein im Gegensatz zu den theoretischen Annah­ men eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur. Der Industriestandort Liechtenstein ist insbesondere durch hochspezialisierte Technologieun­ ternehmen in verschiedenen Branchen gekennzeichnet. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten ist zudem im Dienstleistungssektor tätig, der durch neue Gesetzgebungsinitiativen seit Mitte der 1990er Jahre weiter diversifiziert wurde. Liechtenstein weist damit alle Merkmale eines mo­ dernen Industrie- und Dienstleistungsstandortes auf. Zweitens ist der liechtensteinische Aussenhandel weder auf nur ein Empfängerland gebündelt, noch konzentriert sich der Export auf ein einziges/oder zumindest wenige Produkt/e. Liechtensteins Exporte ge­ hen in alle Länder des EWR (wobei die Schweiz, Deutschland und Osterreich die Hauptempfängerländer sind), in die USA sowie in zu­ nehmender Weise auch in die asiatischen Schwellenländer, nach China, Südamerika oder Mittelosteuropa. Die Analyse der Exporte nach Warengruppen zeigt, dass sich Liechtensteins Ausfuhren über alle Wa­ rengruppen erstrecken, dass somit keine Konzentration auf nur ein (oder wenige) Produkt(e) stattfindet. Ausserdem weisen die Importe eine ähnliche Struktur auf wie die Exporte, was auf einen hohen Anteil an intra-Handel schliessen lässt und ein wichtiges Merkmal für einen hochindustrialisierten Staat darstellt. Die regionale Konzentration des Aussenhandels - nach der Statistik der Eidgenössischen Oberzolldirektion exportiert Liechtenstein ca. zwei Drittel seiner Waren in den EWR - gilt heute ebenso für grosse Staaten wie für kleine Staaten. Auch Deutschland (57.1 %), Frankreich (63.0 %), Spanien (67.2 %) oder Österreich (65.5 %) und die Schweiz (62.1 %) konzentrieren ihre Ausfuhren auf den EWR bzw. die EU.178 Auch im Bereich der Dienstleistungen muss ein kleiner Binnenmarkt kein Hindernis mehr für Wachstum sein. Während die theoretischen Annahmen in den 1960er Jahren noch davon ausgingen, dass Dienstleis­ tungen international nicht-handelbare Güter darstellen und somit einen grossen Binnenmarkt benötigen, um prosperieren zu können179, stellen die Binnengrenzen besonders im Bereich der Finanzdienstleistungen aufgrund der Liberalisierung des Kapitalverkehrs und moderner Kom­ munikationsmittel mittlerweile keine Wachstumsschranken mehr dar. 178 Zahlen von 1995 
(Eurostat 1997, S. 325). 179 Kuznets 1963, S. 24f. 194
        

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