Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000131393/151/
Vorarlberg in der EU Die österreichische Wirtschaft hat schon kurz nach dem EU-Beitritt branchenübergreifend eine generell positive Bilanz der Mitgliedschaft gezogen.204 Der Industriesektor bestätigte schon 1996, dass sich die Ab­ satz- und Beschaffungsmöglichkeiten im Binnenmarkt deutlich verbes­ sert hätten, aber auch, dass sich die Wettbewerbssituation verschärft hätte. Insbesondere sei zudem die Anbahnung von Geschäftsbeziehun­ gen leichter und die Teilnahme an EU-Ausschreibungen chancenreicher geworden. Einzelne Sektoren begrüssten die Möglichkeit zur Mitwir­ kung an der Erstellung harmonisierter Normen.205 Der Wegfall der Grenz- und Zollkontrollen macht für österreichische Produzenten die «just-in-time»-Lie{erung möglich. Gewerbebetriebe nahmen schon nach dem EWR-Beitritt die neuen Möglichkeiten im grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr wahr. Die Gründung z.B. österreichischer Niederlassungen in Deutschland bzw. deutscher Niederlassungen in Osterreich wurde allerdings durch bürokratische Hürden erschwert, welche 
de facto wie ein Protektionsin­ strument wirkten. Bilaterale Vereinbarungen zwischen Osterreich und den deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg besei­ tigten diese Hindernisse.206 Zu beobachten war anfangs zudem, dass österreichische Unternehmen grössere Schwierigkeiten hatten an öffent­ liche Aufträge im EU-Ausland zu gelangen als EU-Unternehmen an öffentliche Aufträge in Osterreich.207 Auch die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der EU-Mitglied- schaft Österreichs werden positiv eingeschätzt.208 Hinsichtlich des Brut­ toinlandsprodukts, der Einkommen und der Beschäftigten bestätigen Simulationsrechnungen einen positiven Nettoeffekt.209 Das unmittelbar an Liechtenstein angrenzende österreichische Bun­ desland Vorarlberg zählt mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Einwoh­ ner von umgerechnet ca. CHF 36'000 zu den reichsten Regionen der Europäischen Union. Mit einer Arbeitslosenquote unter 5 %, einem Wirtschaftswachstum von 2.5 % und einem Exportvolumen von umge­ 204 Eine ausführliche Analyse der Europäischen Integration auf die österreichische Wirt­ schaft liefern 
Breuss/Kitzmantel 1993. 205 Ibid. 206 Leitner/Henkel 1996, S. 285. 207 Ibid. 203 Zu den Gewinn- und Verteilungseffekten siehe 
Keuschnigg/Kohler 1996. 209 Schneider 1996, S. 266. 151
        

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