Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000131393/150/
Konsequenzen der EWR-Mitgliedschaft für die Wirtschaft aus methodischen Gründen allerdings schwierig, da einer einzigen Va­ riablen, hier dem «EWR-Nein», nicht ohne weiteres bestimmte Effekte zurechenbar sind.201 Dies gilt auch für die Berechnung von Integrations­ effekten im Falle eines EU-Beitritts der Schweiz: «Der Nutzen eines Beitritts für den Wirtschaftsstandort Schweiz (vor allem für die Produk­ tion von Waren und für touristische Dienstleistungen) ist zwar länger­ fristig wahrscheinlich, kann jedoch ... nicht bewiesen werden.»202 Dennoch scheint mittel- bis längerfristig auch für die Schweiz kein Weg an der Europäischen Union vorbei zu führen. Die bilateralen sek- toriellen Abkommen oder ein eventueller Beitritt zu einem EWR II können zwar dazu beitragen, die Schweizer Wirtschaft aus ihrer isolier­ ten Position in Europa zu lösen, beide Integrationswege ignorieren je­ doch weitestgehend die politischen Fragen (Asyl, innere Sicherheit, Währungspolitik, gemeinsame Aussenpolitik), denen sich die Schweiz in einem zunehmend integrierten Europa gegenübersieht. 2. Vorarlberg und die EU-Mitgliedschaft Österreichs Osterreich ist seit dem 1.1.1995 Mitglied der Europäischen Union. Zu­ vor hat es bereits seit dem 1.1.1994 als EFTA-Mitglied ein Jahr am EWR teilgenommen. Da mit dem österreichischen Bundesland Vorarlberg eine unmittelbare Nachbarregion Liechtensteins in eine «tiefere» Form der Integration als dies der EWR darstellt, involviert ist, bietet sich ein wei­ terer Erfahrungsvergleich an. Die Sogwirkung des EU-Binnenmarktes, das Ende des Ost-West- Konfliktes und die Einsicht, dass bestimmte Politiken nur noch mittels internationaler Zusammenarbeit zu bewältigen sind (z.B. Umwelt, inter­ nationale Kriminalität), veranlassten Osterreich bereits 1989 einen An­ trag auf EU-Vollmitgliedschaft zu stellen.203 In politischer Hinsicht ge­ lang es Österreich bei Wahrung seiner traditionellen Neutralität, ein Mitsprache- und Gestaltungsrecht in einem nach dem Ende des «Kalten Krieges» zusammenwachsenden Europa zu erlangen. 201 Hierauf verweist auch der Bundesrat in seinem Zwischenbericht zur Schweizer Integ­ rationspolitik von 1995 
(Schweizerischer Bundesrat, Zwischenbericht 1995, S. 15f.). 202 So der Schweizerische Bundesrat im Integrationsbericht 1999 
(Schweizerischer Bundes­ rat, Schweiz - Europäische Union: Integrationsbericht 1999, S. 397f.). 203 Vranitzky 1997, S. 7. 150
        

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