Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000131393/148/
Konsequenzen der EWR-Mitgliedschaft für die Wirtschaft Eine ähnlich positive Haltung wie die Schweizer Regierung nahmen die schweizerischen Konzerne, Handels- und Gewerbebetriebe gegen­ über dem EWR ein. Dies zeigt eine Umfrage des Schweizerischen Bank­ vereins aus dem Sommer 1992. 59 % der Klein- und Mittelunternehmen und 84 % der Grossunternehmen sprachen sich pro EWR aus.189 Diese Einstellung war vor allem an zwei Erwartungen geknüpft. Erstens ver­ sprach eine EWR-Teilnahme einen Abbau der seit dem Rückgang der Zölle zunehmend wichtiger werdenden nicht-tarifären Handelshemm­ nisse. Zweitens erhofften sich die schweizerischen Unternehmen durch die Liberalisierung des Arbeitsmarktes einen erleichterten Rückgriff auf EWR-Arbeitnehmer. 
Hauser und 
Bradke stellen fest, dass «die mit dem EWR-Vertrag und EG-Beitritt verbundene Freizügigkeitsregel ... den flexibleren Zugriff auf qualifizierte Arbeitskräfte [erleichtert] und ... ge­ nerell die Wettbewerbsintensität auf dem Arbeitsmarkt [erhöht], was positive Rückwirkungen auf die Leistungs- und Qualifikationsbereit­ schaft schweizerischer Arbeitskräfte hat.»190 Für den Fall eines EWR-Beitritts wurde ein gesamtwirtschaftlicher Integrationsgewinn von 4-6 % des BIP über einen Zeitraum von 10 Jah­ ren prognostiziert.191 Neuere Berechnungen gehen von einem zusätz­ lichen jährlichen BIP-pro-Kopf von 0.8 % bis 3.0 % aus, sollte die Schweiz der EU (einschliesslich der Währungsunion) beitreten.192 Aller­ dings scheint unter rein volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten die EWR-Mitgliedschaft immer noch die beste Integrationsoption zu sein, die bilaterale Lösung hingegen eher die am wenigsten wünschens­ werte.193 Aus Sicht der schweizerischen Unternehmungen muss die Schweiz mit erheblichen Behinderungen im Handel mit der EU kämpfen. Regel­ mässige Umfragen verschiedener Schweizer Verbände bestätigen offen­ sichtlich diese Einschätzung.194 Beklagt werden insbesondere folgende Punkte:195 1,0 Hauser/Bradke 1991, S. 255. 191 Ibid., Schweizerischer Bundesrat, Botschaft des Schweizerischen Bundesrates zur Ge­ nehmigung des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum vom 18.5.1992, S. 66. 192 Neue Zürcher Zeitung, 26./27.6.1999, S. 23. 193 BÄK 1998, S. 72; 
Mumenthaler 1999; 
Dietler 1999. 194 Verein Schweizerischer Maschinen-Industrieller 1998; 
Gesellschaft zur Förderung der schweizerischen Wirtschaft 1997; 
Schweizerischer Handels- und Industrie-Verein 1995. 195 Verein Schweizerischer Maschinen-Industrieller 1998, S. 1; 
Gesellschaft zur Förderung der schweizerischen Wirtschaft 1997, S. 4f. 148
        

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