Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000131393/141/
Telekommunikation und Post Nach Ansicht der Regierung ist «die Autonomisierung des liechten­ steinischen Fernmeldenetzes ... eine Gewähr dafür, dass Liechtenstein in Bezug auf die Infrastruktur alle Voraussetzungen und Mittel besitzt, um innerhalb der europäischen und weltweiten Telekommunikations­ märkte eine Rolle zu spielen».161 Weitere wichtige Ziele dieser Politik soll die Schaffung moderner Ar­ beitsplätze sein. Im Bereich der «traditionellen» Telefonie werden mas­ sive Preissenkungen erwartet.'62 Auch wenn eine Marktliberalisierung solche Effekte grundsätzlich erwarten lässt, müssen für den liechtenstei­ nischen Markt dennoch Einschränkungen bedacht werden. Die Schaf­ fung von Arbeitsplätzen wird in Liechtenstein von einem stark begrenz­ ten Arbeitsmarkt determiniert. Es ist zu erwarten, dass hoch speziali­ sierte Arbeitskräfte - zumindest in den ersten Jahren - «importiert» werden müssen, sodass die Ansiedlung moderner Telekommunikations­ dienste vorerst zu keinen Effekten auf dem liechtensteinischen Arbeits­ markt führt. Die Schweiz hat diese Erfahrung bereits gemacht.163 Eine Studie zu den Potentialen des liechtensteinischen Telekommunikations­ marktes hat folglich als ein Kriterium zur Identifikation der ansied- lungsrelevanten Dienste angeführt, «es sollten nur begrenzte Perso­ nalressourcen bei einer Ansiedlung bzw. bei einer Leistungserbringung benötigt werden».164 Preissenkungen sind in erster Linie kurzfristig realistisch. Neue An­ bieter werden vor allem über den Preis einen Markteinstieg erreichen wollen. In der Schweiz sind im ersten Jahr der Liberalisierung die Preise bereits um durchschnittlich 12.9 % gefallen.165 Allerdings konkurrierten Ende 1998 bereits 30 Anbieter auf dem inländischen Schweizer Tele- foniemarkt, insgesamt waren 170 Betreiber für Telekommunikations­ dienste beim Bundesamt für Kommunikation registriert.166 Eine solche Anzahl von Anbietern scheint auf dem kleinen liechtensteinischen Markt nicht denkbar. Daher sind Erwartungen im Hinblick auf einen faktisch uneingeschränkten Wettbewerb zumindest im Bereich der «klassischen» Telefonie vorsichtig zu bewerten. 161 Regierung des Fürstentums Liechtenstein, Interpellationsbeanrwortung 31/1999, S. 10. 162 Interview mit Regierungschef 
Mario Fnck im 
Liechtensteiner Vaterland (10.4.1999, S. 3). 163 Neue Zürcher Zeitung, 8.12.1998, S. B3. ,M Erwähnt bei 
Dietrich et al. 1999, S. 136. '65 
Neue Zürcher Zeitung, 8.12.1998, S. Bll. 144 Ibid. 141
        

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