Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
29
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000131393/129/
Liechtensteins Finanzdienstleistungssektor Entwicklungen auf dem EU-Versicherungsbinnenmarkt zeigen zu­ dem, dass sich der für Liechtenstein so wichtige grenzüberschreitende Dienstleistungsverkehr im Versicherungswesen der EU im Generellen nicht durchsetzen konnte.121 
Allein für Luxemburg spielt der freie Dienstleistungsverkehr im Bereich der Lebensversicherungen eine grosse Rolle. 88 % der Beitragseinnahmen werden hier über den freien Dienstleistungsverkehr erwirtschaftet. Für andere Mitgliedstaaten, z.B. Deutschland, Frankreich oder die Niederlande, liegen die Werte zwi­ schen Null und einem Prozent.122 Im Bereich Nicht-Lebensversicherun­ gen konnten die irischen Versicherer mit einem Anteil von 14.75 % am Gesamtgeschäft das grösste Geschäftsvolumen aller EU-Mitgliedstaaten realisieren.123 Der Grund für diesen überdurchschnittlichen Anteil des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs wird auf die günstige Steuergesetzgebung in Luxemburg und Irland zurückgeführt, eine Vor­ aussetzung die auch Liechtenstein mitbringt und die den relativen «Boom» im liechtensteinischen Versicherungswesen erklären dürfte. 4.2.3 Treuhänder und Rechtsanwälte Innerhalb dieser beiden Berufsgruppen gibt es kein einheitliches Bild in Bezug auf die Bedeutung der EWR-Mitgliedschaft. Jeweils nahezu ein Drittel der Befragten misst dem EWR eine grosse bzw. eine geringe Be­ deutung bei, für 11 % ist die EWR-Mitgliedschaft ohne Bedeutung und immerhin 26.7 % geben an, noch keine Aussage über den Grad der Be­ deutung machen zu können (Abbildung 25). Rechtsanwälte und Treuhänder nannten öfter als die anderen bisher behandelten Wirtschaftszweige Nachteile aus der EWR-Mitgliedschaft. Dennoch konnten 47.8 % der befragten Treuhänder und Rechtsanwälte keine Nachteile aus der EWR-Mitgliedschaft erkennen, 45.7 % machten Nachteile aus. Die Verunsicherung der Kunden steht an vorderster Stelle: die Angst vor zu starker Annäherung an die EU, die Angst vor Verlust des Geheimnisschutzes, die Angst vor zwischenbehördlichem Datenaustausch. Als weitere Nachteile wurden Preisdruck und sinkende 121 Eurostat 1998a. 122 Ibid., S. 5. 123 Ibid., S. 3. 129
        

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