a. 
Gemüsebau 
Seit 1997 produzieren wir Bio-Gemüse für die Firma Hilcona 
in Schaan; Spinat, Bohnen und dieses Jahr erstmals auch 
Blaukraut. Auch hier dürfen Biobetriebe nur ungebeiztes 
Saatgut verwenden. Erfreulicherweise konnten bis jetzt 
keine Auflaufschäden festgestellt werden, die auf das unge- 
beizte Saatgut zurückzuführen sind. Das Hauptproblem im 
Gemüsebau ist, wie beim Silomais auch, die Bekämpfung 
des Unkrauts. Leider fehlen uns die geeigneten Maschinen 
für eine effiziente mechanische Unkrautbekämpfung. Hier 
braucht es immer wieder viel Geschick die Mitarbeiter auf- 
zuklären und zu motivieren, wenn ein Nachbar innert kurzer 
Zeit mit dem Traktor und einem 15 m breiten Spritzbalken 
die Felder mit Chemie vom Unkraut befreit, während wir 
tagelang mit mühsamer Handarbeit die 
Gemüsekulturen jäten. Im Jahre 1997 hatten 
wir beim Spinat und bei den Bohnen sehr 
gute Erträge. Im letzten Jahr hingegen 
konnten wir, wegen der Trockenheit im 
Mai, beim Spinat gerade noch 1/3 eines 
normalen Ertrages ernten. 
  
  
  
   
Futteranbau 
Auch beim Futteranbau ist es eindeutig das Unkraut, und 
speziell die Blacken, die die Bewirtschaftung schwer 
Ë machen. Vor allem in den Neueinsaaten 
laufen sie zu Tausenden auf. Wenn ein 
Feld sehr stark von Blacken verseucht ist 
macht es keinen Sinn mehr, diese auszu- 
stechen. Als Alternative bleibt oft nur 
noch der Pflug. 
   
Obstbau 
Im März 1998 erstellten wir auf einer Fläche von 136a eine 
neue Obstanlage. Wir wählten die krankheitsresistenten 
Apfelsorten: Topas, Rajka und Viktoria. Bei diesen Sorten ist 
der Aufwand bezüglich Pflanzenschutz wesentlich geringer 
als bei den herkömmlichen Sorten. Während der Vege- 
tationszeit benötigt die Junganlage höchstens 2-3 Mehl- 
tauspritzungen. Zur Zeit sind wir bestrebt, die Jungbäume 
zu formieren. Seitdem wir nur noch natürliche, biologische 
Mittel einsetzen, sind auch die Nutzlinge in die Obstanlagen 
zurückgekehrt. Vor allem die Marienkäfer und Florfliegen 
sorgen dafür, dass die Blattläuse nicht zu stark Überhand 
nehmen. Das Weibchen der Florfliege legt ca. 500 der typi- 
schen Eier (blassgrün, oval, auf langen biegsamen Stielen) 
auf die Blätter ab. Es ist immer wieder ein schöner Anblick, 
wie sogar die hölzernen Baumpfähle mit diesen Flor- 
fliegeneiern vollgespickt sind. 
  
  
  
  
Längerfristig gesehen ist es der einzig richtige Weg Land- 
wirtschaft zu betreiben. Mit dem sehr wichtigen Ziel, auf 
viele Jahre hinaus, den Generationen die nach uns kom- 
men, einen fruchtbaren Boden zu hinterlassen und Lebens- 
bedingungen zu schaffen, die auch lebenswert sind. 
Bio-Landwirtschaft dient der ganzen Gesellschaft. 
Deshalb sollten die Bio-Bauern die Möglichkeit haben, 
kurzfristig, für einige Tage, willige Leute (Arbeitslose, 
Flüchtlinge, Schüler etc.) einstellen zu können, die bereit 
sind zu normalen landwirtschaftlichen Löhnen, 
Handarbeit zu erledigen. 
Die grosse Arbeitsbelastung der Bio-Bauern könnte mit 
geeigneten Maschinen zur mechanischen Unkraut- 
bekämpfung verringert werden. Das Landmaschinen- 
  
gewerbe ist in dieser Hinsicht gefordert. 
16] 
    
Betriebskonze t 
  
Klaus Büchel Anstalt 
Ingenieurbüro für Agrar- und Umweltberatung, Schaan 
Klaus Büchel / Oliver Kopp 
Einleitung 
Mit dem Entscheid zur Sanierung des Riethofes spricht sich 
die Gemeinde Vaduz für die Weiterführung des gemeinde- 
eigenen Landwirtschaftsbetriebes aus. Zur Sicherstellung 
einer gezielten und koordinierten Betriebsführung und 
- entwicklung wurde ein Betriebskonzept erarbeitet. Dieses 
Führungsinstrument stellt für die Gemeinde sowohl in fach- 
licher wie auch in politischer Hinsicht eine praxisorientierte 
Entscheidungsgrundlage dar. 
Ausgangspunkt für das Betriebskonzept ist eine umfassen- 
de Betriebs- und Umfeldanalyse, welche die Stárken und 
Schwáchen des Betriebes aufzeigt und das Ableiten von 
künftigen Chancen und Risiken ermóglicht. Aufgrund einer 
Vision und einer darauf abgestimmten Zielsetzung werden 
die geeigneten Betriebszweige evaluiert. Vor der definitiven 
Festlegung der strategischen Betriebsausrichtung sind diese 
Betriebszweige zu bewerten und zu selektieren. Sobald die 
Betriebsausrichtung definitiv feststeht, muss für die prakti- 
sche Umsetzung des Betriebskonzeptes ein verbindlicher 
Massnahmenplan erarbeitet werden. Dieser gibt Auskunft 
über Art, Zeitpunkt und Investitionsbedarf aller vorge- 
sehenen Massnahmen. 
  
  
 
        

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