Grundlagen 
Vorhandenes Gärgut: Für die Biogasproduktion kann der 
Flüssigmist (Gülle) von 47 Einheiten Milchvieh und 17 
Einheiten Jungvieh verwendet werden. Ausserdem besteht 
bei der Vorgrube die Möglichkeit für die Zugabe von zusätz- 
licher organischer Substanz (z. B. Gemüseabfälle, Pferde- 
mist) um die Biogasproduktion zu erhöhen. 
Das Jungvieh ist im Sommer den ganzen Tag auf der Weide / 
die Milchkühe werden teilweise geweidet 
Energieproduktion: Mit dem produzierten Biogas können im 
Winter ca. 270 kWh Wärmeenergie (entspricht 27 Liter 
Heizöl) pro Tag erzeugt werden. Ausserdem werden ca. 105 
kWh elektrische Energie pro Tag hergestellt. Im Sommer 
wird entsprechend dem Weidegang des Viehs weniger Gas 
produziert. 
Energieverbraucher: Die Wärmeenergie wird für die Raum- 
heizung des Wohn- und Wirtschaftsgebäudes mit einem 
Heizenergiebedarf von ca. 15 kW sowie für die Warmwasser- 
aufbereitung und die Prozessenergie der Biogasanlage ver- 
wendet. 
Beschrieb Biogasanlage Riethof 
- Siehe auch Prinzipschema Biogasanlage 
Entmistungsanlage 
' Vom Stall wird der Flüssigmist mit einer 
Umspülpumpe in die Vorgrube befórdert, 
ide à 
   
wo die Môglichkeit der Zugabe von Gemüseabfällen 
besteht. Für die Zerkleinerung und Durchmischung der 
Gülle ist in der Vorgrube ein Güllenmixer und ein Haspel- 
rührwerk eingebaut. 
Mit einer Schneckenpumpe, welche im Pumpenraum neben 
der Vorgrube installiert ist, wird der Flüssigmist mit einer im 
erdverlegten Kanal montierten Leitung in den Gárraum ge- 
pumpt. 
Gárraum 
Östlich des neuen Stalles 
steht unterirdisch neben der 
Jauchegrube der Gärraum. 
In diesem wird das Biogas 
durch den biologischen 
Abbau des Flüssigmistes 
produziert. Der Gärraum hat 
einen Inhalt von 130 m? und 
besteht aus Beton, welcher 
innen mit einer gasdichten 
Beschichtung verkleidet ist. 
Aussen ist der Garraum mit 
15 cm starken Schaum- 
glasplatten gegen 
Wärmeverluste 
gedämmt. Damit im Flüssigmist keine Schwimm- 
und Sinkschichten entstehen kônnen ist, ein 
Haspelrührwerk eingebaut. Der abgebaute Flüssig- 
mist gelangt über einen freien Auslauf im Durch- 
flusssystem (gleich viel Mist wie hineingepumpt wird, flies- 
st wieder hinaus) in die Jauchegrube und von dort auf die 
Felder. Für die Beheizung der Anlage auf ca. 34 °C ist an der 
Wand ein Heizregister aus Kunststoffrohren installiert. 
Über dem Flüssigmist sammelt sich das Biogas, welches 
über ein Druckhaltegefäss in den Gasballon gelangt. Für die 
Überwachung ist der Gárraum mit Kontroll- und Einstiegs- 
ôffnungen und einer Temperaturmesssonde ausgerüstet. 
S 
Gasballon-, Elektro- und Technikraum 
Direkt über dem Gárraum, angebaut am neuen Stall, wurde 
der Gasballon-, der Elektro- und der Technikraum erstellt. 
Im Gasballonraum ist ein druckloser Folien-Gasspeicher mit 
80 m Inhalt für die Zwischenlagerung des produzierten 
Biogases installiert. 
Im Elektroraum befindet sich das Elektrotableau für die 
Biogasanlage und den Stall. 
14] 
   
   
  
   
  
  
Im Technikraum sind die Gasüberwachungsarmaturen, die 
Niveauüberwachung des Gasspeichers sowie das Druck- 
erhôhungsgebläse für den Gastransport in die Energie- 
zentrale, welcher über eine Leitung im erdverlegten Kanal 
erfolgt, eingebaut. 
Energiezentrale 
In der Energiezentrale neben dem Wohn- und Wirt- 
schaftsgebaude wird mit dem produzierten Biogas eine 
Wärme-Kraft-Koppelung (WKK) betrieben. Das Biogas speist 
einen Verbrennungsmotor (umgebauter Automotor), der 
den stromproduzierenden Generator antreibt. Der erzeugte 
Strom wird in das öffentliche Netz der LKW eingespiesen. 
Die Abwärme des Motors (Kühlwasser, Öl, Auspuff) wird in 
Wärmetauschern gesammelt und an das Heizungswasser 
abgegeben. Die WKK-Anlage hat eine Heizleistung von 34 
kW und eine elektrische Leistung von 12 kW. 
Als Notheizung steht bei Ausfall der Biogasanlage ein 
Stückholzkessel mit einer Heizleistung von 45 kW zur 
Verfügung. In einem Heizungsspeicher mit eingebautem 
Wassererwärmer wird die produzierte Wärmeenergie gesam- 
melt und an die Raumheizung des Wohn- und Wirtschafts- 
gebäudes, sowie über eine Fernleitung an die Gärraum- 
heizung (Prozessenergie Biogas) abgegeben. Als 
Notkühler (Überhitzungsschutz der WKK-Anlage) ist 
an der Gebäudeaussenseite ein Luftheizapparat 
installiert, welcher überschüssige Wärme abführt. 
Bedienung der Biogas- und Heizungsanlage 
Über das Bedienungs- und Steuertableau in der Energie- 
zentrale kann die ganze Anlage zentral bedient und über- 
wacht werden. Die Anlage wird so betrieben, dass ein mög- 
lichst grosser Anteil des Stromes während der 
Hochtarifzeit produziert wird. Die Regelung = 
erfolgt grösstenteils automatisch. Da es sich «= 
bei der Biogasproduktion um einen biologi- = 
schen Prozess von Bakterien (Lebewesen) han- 
delt, ist es sehr wichtig, dass die Anlage regel- 
mässig überwacht und kontrolliert wird. Nur so ist es môg- 
lich allfällige Veränderungen zu erkennen und Probleme 
frühzeitig zu beheben. 
  
  
   
Dank 
Die beteiligten Planer der Biogasanlage danken der Bauherr- 
schaft für den Auftrag und die angenehme Zusammenarbeit. 
 
        

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