Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/60/
Grundzüge einer Theorie öffentlicher Aufgabenwahrnehmung - Hypothese (zur Ausgabenintensität): Die Verwaltung im Kleinstaat ist zahlenmässig vergleichsweise grös­ ser und weniger kostengünstig wie in grösseren Staaten. Um das Risiko, das bei Ausfall des in einzelnen Personen monopoli­ sierten Wissens schlagend wird, zu verringern, wird der Kleinstaat versuchen - auf Kosten der Produktionseffizienz fachliche Kompe­ tenz in der öffentlichen Verwaltung jeweils auf mehrere Personen zu verteilen beziehungsweise durch die Besoldung ein etwaiges Abwan­ dern hochqualifizierter Staatsbediensteter zu verhindern. Dies führt zu einer höheren Ausgabenintensität als in grösseren Staaten. Ein weiteres Argument scheint wichtig. 
Der Kleinstaat kann in seiner Auf­ gabenwahrnehmung und Verwaltungsstruktur "nicht einfach einen grös­ seren Staat kopieren" (Büchel 1993, S. 100). Dies hängt schon damit zusammen, dass man im Kleinstaat nicht alles miniaturisieren kann, weil economies of scale verloren gehen (Rothschild 1993, S. 80). Dieser Aspekt ist auch auf die Verwaltung zu übertragen. Der Kleinstaat wird dement­ sprechend Prioritäten bei der Ausstattung bestimmter Aufgabenbereiche mit der Anzahl von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes setzen. Darüber hinaus 
wird ein Kleinstaat aufgrund seiner beschränkten Einwohner- und Beschäftigtenzahl 
nicht über alle Qualifikationen ver­ fügen, die notwendig wären, um die ganze Palette öffentlicher Aufgaben zu produzieren. Wenn es sich um 
eine komplexe öffentliche Aufgabe handelt (zum Beispiel stationäre Zentralversorgung im Gesundheitswe­ sen, Expertenwissen auf verschiedenen Gebieten), die nicht strategisch relevant ist, so lässt sich das Know-how bei Bedarf zukaufen. - Hypothese (zum Aufgabenmodus): Wenn eine Aufgabe einen hohen Komplexitätsgrad aufweist, so wird der Kleinstaat diese Aufgabe, wenn sie nicht strategisch relevant ist, ceteris paribus von (in) grösseren Nachbarstaaten produzieren lassen. 2.2.4 Der Beitrag der Public-Choice-Theorie Auch die 
Public-Choice-Theorie bezieht den politischen Prozess in die Analyse ein, wendet darauf aber wiederum ökonomische Denkmuster an, die uns Hinweise auf unsere Ausgangsfragestellung geben sollen. Ein 60
        

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