Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/57/
Der Beitrag der Neuen Institutionentheorie Ein wesentliches Merkmal bildet die bereits thematisierte 
Informa­ tionsasymmetrie. Deren Ausmass hängt davon ab, wie leicht die Qualität der Leistung durch den Prinzipal kontrolliert werden kann (Qualitäts­ kontrollproblem). Etwa lässt sich über die Qualität von sogenannten Erfahrungsgütern erst dann ein Urteil bilden, wenn sie konsumiert wer­ den (nicht vor dem Kauf). Dies kennzeichnet üblicherweise Dienstleistungen (zum Beispiel Haarschnitt, Beratung). Noch krasser gestaltet sich die Informations­ asymmetrie bei 
Vertrauensgütern: Hier kann der Käufer die Leistung des Anbieters nicht immer verlässlich beurteilen (zum Beispiel Diagnose und Therapie durch einen Arzt). Hohe Informationsasymmetrie bildet kein Ausschlusskriterium für eine Delegation von Aufgaben durch den Kleinstaat. Allerdings muss er entsprechende Rahmenbedingungen sicherstellen oder diese von Dritten (etwa von grösseren Nachbarstaaten) sicherstellen lassen. - Hypothese (zum Aufgabenmodus): Je höher die Informationsasymmetrie aufgrund schwacher Qualitäts­ kontrollmöglichkeit ist, desto eher wird der Kleinstaat (im Interesse seiner Bürger) eine öffentliche Aufgabe selbst wahrnehmen. Relati­ viert wird diese Verhaltenserwartung allerdings in dem Ausmass, in dem Qualitätssicherungsmassnahmen durch Dritte (Nachbarstaaten) ohnedies erfolgen. Besonderheiten der öffentlichen Verwaltung im Kleinstaat Kleinstaatenforscher stellen die Hypothese in den Raum, dass Kleinstaa­ ten über eine vergleichsweise kostengünstigere Verwaltung verfügen, die tendenziell kleiner, bürgernäher, produktiver und effektiver agiere. Ist dieser Befund aufgrund theoretischer Überlegungen zu erwarten, und wie schaut die liechtensteinische Empirie dazu aus? So behaupten etwa Abt/Deutsch (1993, S. 19), dass die Nutzen - ge­ meint sind die Vorteile - von Kleinstaaten auch in einer 
"more econo- rhical and productive administration" bestünden. Büchel (1993, S. 101) verweist auf die "Vorteile der kürzeren Wege". Kleinere Einheiten hät­ ten "bessere Voraussetzungen für schnellere Kommunikation und Infor­ mation, Planung und Entscheidung, verbunden mit Kostenvorteilen we­ gen kleiner Administration und weniger Hierarchiestufen". Und weiter: 57
        

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