Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/52/
Grundzüge einer Theorie öffentlicher Aufgabenwahrnehmung erfüllung des Kleinstaates Liechtenstein erkenntnisleitend sein: Bei man­ chen öffentlichen Aufgaben lässt sich darüber diskutieren, ob sie aus der Sicht des Kleinstaates tatsächlich - im oben aufgezeigten, differenzierten Sinn - strategisch relevant sind. Wenn dieses Kriterium jedoch zutrifft, so spricht dies für das Selbermachen, weil man sich auf keinen Fall einem Vertragspartner ausliefern will. Im Zusammenhang mit dem Spezifitätsgrad einer Austauschbeziehung steht die 
Wettbewerbssituation: Bei mehreren potentiellen Produzenten einer staatlich bereitgestellten Leistung kann der Kleinstaat die Bezugs­ quelle wählen beziehungsweise wechseln. Wettbewerb vermindert zudem die Möglichkeit von opportunistischem Verhalten. Das Umgekehrte gilt aber für den Fall, dass nur eine Bezugsquelle zur Verfügung steht. - Hypothese (zum Aufgabenmodus): Immer, wenn nur eine Bezugsquelle für eine öffentliche Leistung zur Verfügung steht (Monopol), so ist die Abhängigkeit (das Risiko) ent­ sprechend gross. Der Kleinstaat wird 
ceteris paribus darum bemüht sein, diese Bezugsquelle unter seiner Kontrolle zu haben (im Zwei­ felsfall 
make statt 
buy). Abgesehen vom 
fine-tuning22, für das obige Argumentebilanz als 
check- list bezüglich einzelner Leistungen herangezogen werden könnte, lassen sich staatliche Aktivitäten grob in 
(hoheitliche) Kernaufgaben, Gewähr­ leistungsaufgaben und Ergänzungsaufgaben einteilen. Zu den 
Kernauf­ gaben zählen jedenfalls hoheitliche Eingriffe des Staates in Pflichten und Rechte der Individuen (zum Beispiel Polizei, Gerichtsbarkeit). Bei Gewährleistungsaufgaben stellt der Staat die dauerhafte Erbringung sicher, nicht jedoch unbedingt den Vollzug durch eigene Produktion (zum Beispiel im Gesundheitswesen und Bildungswesen). Die 
Ergän­ zungsaufgaben ermöglichen die ersten beiden Aufgabengebiete, müssen jedoch nicht vom Staat selbst erledigt werden (zum Beispiel Gebäu­ dereinigung, Gebäudeschutz, Grünflächenpflege, Strasseninstandhal- tung). Die Charakterisierung dieser Aufgabenfelder legt folgende Ten­ denzaussage nahe: 22 Welche Variante, die sich durch Nuancen unterscheiden, soll schliesslich gewählt wer­ den, wenn Grundsatzentscheidungen (zum Beispiel 
Outsourcing der Produktion wird angestrebt) bereits gefallen sind? 52
        

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