Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/38/
Grundzüge einer Theorie öffentlicher Aufgabenwahrnehmung Abbildung 2.1: Fiktives Abstimmungsbeispiel zur Illustration der Vor- teilhaftigkeit dezentraler Entscheidungen 
(Public-Choice-Ansatz) Optionen Region X Y Einwohner in A 20 000 30 000 Einwohner in B 35 000 15 000 Einwohner insgesamt 55 000 45 000 Quelle: Blankart, Öffentliche Finanzen in der Demokratie, 2. Aufl. 1994, S. 505. Weitere Argumente, die für Dezentralisierung ins Treffen geführt werden: - Es kann ein 
Wettbewerb zwischen gleichartigen Gebietskörperschaf­ ten (Gemeinden, Kantone) entstehen, welcher insgesamt zu einer den Präferenzen der Bürger besser angepassten beziehungsweise kosten­ günstigeren Aufgabenerfüllung führt." ; - Aus regional unterschiedlichen Aufgabenerfüllungsformen können Innovationen entstehen, die von anderen Gebietskörperschaften in der Folge übernommen werden (vgl. Zimmermann/Henke 1994, S. 176). - Die 
Zeit- und Transportkosten der Benützer öffentlicher Einrichtun­ gen verringern sich, je dezentraler diese organisiert sind. Nun erhalten diese Argumente im Rahmen der Diskussion um Klein­ staaten eine neue Facette: Wenn die Föderalismustheorie die Vorteile kleinerer 
Entscheidungskollektive herausarbeitet, so ist diese Forderung nach möglichst kleinen Entscheidungskollektiven in einem demokra­ tisch organisierten Kleinstaat bereits in höherem Masse verwirklicht, als es die Föderalismustheorie eigentlich zum Ausdruck bringt: Insbeson­ dere im Fürstentum Liechtenstein, wo die Instrumente der direkten De­ mokratie stark ausgebaut sind, können die Stimmbürger bei allen wich­ tigen Staatsangelegenheiten grundsätzlich mitbestimmen.12 In grösseren Staaten üben die Bürger keinen damit vergleichbaren Einfluss aus (vgl. auch Punkt 2.2.4). 11 Diese Argumentation stammt von Tiebout (1956). 12 Der Fürst stellt in der liechtensteinischen Verfassung neben dem Volk den zweiten gleich­ gestellten Souverän dar (siehe etwa Allgäuer 1989, S. 32 ff., und Batliner 1993 , S. 283). 38
        

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