Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/379/
Einsichten aus der Studie richtungen gar nicht immer bekannten "Vollkosten inklusive Abgangs­ deckung" anteilig verrechnet werden, sondern die (darunter liegenden) Grenzkosten, weil die (wenigen) Liechtensteiner Benützer die Ausla­ stung erhöhen, was aus der Sicht der anbietenden Institution durchaus erwünscht sein kann. Fehlende öffentliche Einrichtungen im eigenen Land bringen aber auch Nachteile: Beispielsweise wird Liechtenstein in den Schweizer in­ terkantonalen Vereinbarungen einem Nicht-Universitäts-Kanton (Uni- versitäts- und Hochschulwesen) beziehungsweise im Gesundheitswesen einem Kanton, der über keine stationäre Zentralversorgung verfügt, gleichgestellt. Diese Kantone (und auch Liechtenstein) profitieren zwar tendenziell an der Mitbenützung ausserkantonaler Einrichtungen, sie haben jedoch auch deutlich die Nachteile zu tragen, die das Fehlen die­ ser Einrichtungen mit sich bringt (z.B. Standortnachteile durch 
brain drain, fehlende Impulse für das gesellschaftliche und kulturelle Leben). Jedenfalls gilt es in ein vollständiges Bild der Austauschbeziehungen Liechtensteins mit seinen Nachbarstaaten einzubeziehen, dass Liechten­ stein mit den Nachbarregionen in einer Art 
Symbiose lebt, die zum all­ seitigen Vorteil gereicht. Der dynamische Finanzdienstleistungssektor führt zu einem beträchtlichen Kaufkraftzufluss in das Rheintal. In die­ sem Sektor, vor allem aber auch in der Liechtensteiner Industrie, finden Tausende Ostschweizer und Vorarlberger Beschäftigung. Liechtenstein ist seinerseits auf das Arbeitskräftepotential aus der Region angewiesen, um allen eintreffenden Aufträgen nachkommen zu können. Mithin prosperiert die ganze Region mittelbar von der dynamischen, die Vor­ teile der Eigenstaatlichkeit nützenden Liechtensteiner Wirtschaft. Der Kleinstaat zeigt auf, dass für ihn staatliches 
Outsourcing (Delega­ tion von Aufgaben an grössere Nachbarstaaten) den Alltag bestimmt. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob nicht auch in der Eu­ ropäischen Union die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Er­ füllung öffentlicher Aufgaben verstärkt werden könnte. Viele an sich zusammengehörende Wirtschafts- und Versorgungsräume wurden bis­ her von nationalen Grenzen durchschnitten. Warum sollten nicht grenz­ nahe Krankenhäuser, Schulen oder Mülldeponien auch von den Ein­ wohnern des anderen Staates zum beiderseitigen Nutzen mitverwendet werden? Der Beitritt zu supranationalen Organisationen (z. B. EU) wird in den Staaten jeweils von Teilen der Bevölkerung etwas undifferenziert 379
        

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