Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/37/
Der Beitrag der ökonomischen Theorie des Föderalismus 2.2.1 Der Beitrag der ökonomischen Theorie des Föderalismus Ein Instrument, mit dessen Hilfe Fragestellungen zur öffentlichen Auf­ gabenerfüllung strukturiert werden können, stellt die Föderalismus­ theorie dar. Die 
ökonomische Theorie des Föderalismus versucht (neben anderen Fragestellungen) im Kontext grösserer Staatengebilde zu klären, welcher staatlichen Ebene (Bund, Länder/Kantone, Gemeinden) Staats­ aufgaben zuzuordnen sind.9 Es geht hierbei weniger darum, die Überle­ genheit eines der beiden Organisationsprinzipien (zentral vs. dezentral) zu beweisen, es wird vielmehr gefragt, wie man die Vorzüge der zentra­ len wie der dezentralen Zuordnung staatlicher Aufgaben nutzen kann, um die staatliche Aufgabenerfüllung optimal zu organisieren. 2.2.1.1 Die Vorteile kleiner Kollektive In einem ersten Schritt arbeitet die Föderalismustheorie insbesondere die 
Vorteile kleinerer Entscheidungskollektive (Gemeinden; Kantone/ Länder), also der 
dezentralen Organisation heraus: Bei 
regional hetero­ genen Präferenzen ergeben sich bei dezentraler Entscheidungsfindung besser angepasste Versorgungsniveaus öffentlicher Leistungen auf die regional unterschiedlichen Vorstellungen.10 Blankart (1994, S. 505 f.) zeigt dies anhand eines einfachen Abstim­ mungsbeispieles (siehe Abbildung 2.1): Wenn im Gesamtstaat mit 100 000 Bürgern über die zwei Optionen X beziehungsweise Y abge­ stimmt wird, so gewinnt die Option X, wobei jedoch 45.000 Bürger überstimmt werden. Können die Regionen A und B autonom entschei­ den, so entscheiden sich die Bürger von A für die Option Y und jene der Region B für X. Es ist offensichtlich, dass bei dezentraler Entscheidung insgesamt nur 35 000 (20 000 + 15 000) Bürger überstimmt werden. 
Je dezentraler die Entscheidungen getroffen werden, desto weniger Bürger werden tendenziell überstimmt. Die Zahl der überstimmten Bürger nimmt insbesondere ab, je unterschiedlicher die Präferenzen in den Sub- regionen sind. ' Ausführliche Darstellungen dieses Zweiges der ökonomischen Theorie des Föderalismus finden sich in Wust (1981), Tanner (1982) und Zimmermann/Henke (1994, S. 174 ff.) so­ wie Eibl (1997). 10 Dieses Argument hat Oates (1972) in die Theorie eingebracht. 37
        

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