Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/369/
Ausgewählte Ergebnisse führt dies zu deutlich geringeren Belastungen, als sie in den Vergleichs­ staaten für diese Leistungen anfallen. Insgesamt muss die Haupthypothese 2, wonach die Ausgabeninten­ sität beziehungsweise Nettobelastung der für das kleine Einzugsgebiet selbst erstellten Leistungen nicht von jenen grösserer Staaten abweichen dürfte, für viele Aufgabenbereiche als widerlegt gelten. Haupthypothese 3: Budgetrelevante Besonderheiten des politischen Prozesses und der öffentlichen Verwaltung Zur Erklärung überdurchschnittlicher Nettobelastungen in einzelnen Aufgabenbereichen blieb bisher ein wesentlicher Bestimmungsgrund - der politisch-bürokratische Prozess - ausgespart. Berücksichtigt man diesen Faktor, so ist insbesondere die Ausgabenintensität angesprochen. Wie der empirische Befund zeigt, schlägt sich 
der politische Prozess in einer Reihe von Bereichen 
sehr spürbar nieder: Es sind dies das Beschaf- fungs- und Erhaltungswesen für Infrastruktureinrichtungen, die gering ausgeprägte Aquivalenzfinanzierung öffentlicher Leistungen vor allem im Ver- und Entsorgungsbereich, der vergleichsweise überdurchschnitt­ liche Einsatz von Transferzahlungen in Bereichen wie dem Wohnungs-, dem Kultur- und dem Krankenversicherungswesen sowie im Schulbe­ reich (Ausmass und Folgeausgaben von Schulversuchen). Das Besol­ dungswesen ist - 
cum grano salis - hier ebenfalls anzuführen (z. B. Lehrerbesoldung im Vergleich zu den Nachbarländern), doch ist hier zu beachten, dass im öffentlichen Dienst wettbewerbsfähige Gehälter im Vergleich zur Privatwirtschaft gezahlt werden müssen. Kombiniert man die Eigenheiten des politischen Prozesses mit der in Liechtenstein in den letzten Jahrzehnten im öffentlichen Sektor ver­ gleichsweise gering ausgeprägten Budgetrestriktion, so sind diese Ergeb­ nisse so unerwartet auch wieder nicht. Der dritten Haupthypothese ist damit ein beträchtlicher Erklärungsbeitrag zuzugestehen. Haupthypothese 4: Unspezifische kommunale Aufgabenerfüllung, aber hohe Zentralisierung Die vierte Haupthypothese thematisiert das Verhältnis zwischen Land und Gemeinden. Wie schaut die Aufgabenteilung zwischen den Ge­ bietskörperschaften aus? Unterscheiden sich Gemeinden in verschiede­ 369
        

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