Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/32/
Grundzüge einer Theorie öffentlicher Aufgabenwahrnehmung erwarten: Bei entsprechenden Verhandlungen sitzen Vertreter grösserer Staaten oder inter- und supranationaler Organisationen dann solchen des Kleinstaates gegenüber, die die Verhältnisse im Kleinstaat ebenso wie im Ausland vergleichsweise genau kennen. Ferner soll hier noch auf zwei weitere Besonderheiten des Kleinstaa­ tes im Zusammenhang mit den äusseren Anreizen hingewiesen werden. Es darf erwartet werden, dass der Kleinstaat eine 
grössere Innovations­ fähigkeit aufweist, weil die Unternehmen und die Bevölkerung den äus­ seren Druck unmittelbarer spüren, und dass im Kleinstaat 
Experimente bei der staatlichen Aufgabenwahrnehmung leichter zu initiieren, aber auch wieder abzubrechen sind als in grösseren Staaten. Jedenfalls wird der 
Kleinstaat bei der Auswahl jener Aufgaben, die er selbst tatsächlich wahrnimmt, sowie beim Modus der Aufgabenerfüllung 
gezwungen sein, eigene Wege zu gehen. Abschliessend ist zu den äusseren Anreizen festzuhalten: Falls der Kleinstaat nicht flexibel genug ist, straft ihn die Globalisierung. Über­ zieht er die Verfolgung seiner Eigeninteressen, so droht ihm der Verlust seiner Nische. Der Kleinstaat kann sich zwar zunächst durch günstige steuerliche oder sonstige Regelungen als besonders attraktiver Wirt­ schaftsstandort empfehlen. Auf längere Sicht entsteht aber ein interna­ tionaler Druck zur Harmonisierung der Steuerpolitik. Staaten mit zu hoher Staatsabgabenquote verlieren an Wettbewerbsfähigkeit, Staaten mit besonders günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen ziehen sich den Unmut der übrigen Staatengemeinschaft zu, die ihr Steuersubstrat nicht freiwillig fortziehen lassen will. - Hypothese (zum Aufgabenmodus): Im Kleinstaat können aufgrund des intensiven Austauschverhältnis­ ses innovative Formen staatlicher Aufgabenwahrnehmung erwartet werden. 2.1.3 Anreize für das Innenverhältnis Im Innenverhältnis gilt es, interne Konsistenz zu wahren, das heisst, genügend 
Anknüpfungspunkte für den Aufbau und die Bewahrung der eigenen Identität (vgl. Kellenberger 1996) zur Verfügung zu stellen. Der Kleinstaat benötigt eine "Binnentraditionalität zur Identifikationserhal­ 32
        

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