Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/314/
Fallstudien zur Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben in Liechtenstein len (Klassen) wahrscheinlicher werden. Wie Tabelle 4.24 zeigt,- verfügen die liechtensteinischen Oberschulen zwar über mehr Klassen pro Schule als die Realschulen und die österreichischen Hauptschulen, bei der Schüleranzahl pro Schule dreht sich die Reihenfolge jedoch um. Dies liegt in der geringen Klassenschülerzahl von 14 begründet: Die Ober­ schulen haben also offensichtlich Mühe, überhaupt Klassen zustande zu bringen. Die Realschulen haben zwar höhere, im Vergleich zu Oster­ reich aber immer noch bescheidene Klassenschülerzahlen. Abgesehen von pädagogischen Überlegungen könnte eine Zusam­ menlegung von Real- und Oberschulen die Auslastung der Schulen und Klassen deutlich verbessern und auch den Schülertourismus verringern: Die bisherigen Balzner beziehungsweise Schaaner Oberschüler könnten vor Ort die Schule besuchen. In diesem Zusammenhang müsste aus finanzpolitischer Sicht auch die Sinnhaftigkeit eines zweiten Schulzen­ trums im Unterland für die Gemeinden Ruggell, Gamprin und Schellen­ berg kritisch hinterfragt werden; ein Projekt, das derzeit vehement von den Regionalpolitikern favorisiert wird.240 In der Sekundarstufe scheint einzig das Liechtensteinische Gymna­ sium - gemessen an der Schülerzahl - voll ausgelastet zu sein, wobei aber auch hier die durchschnittliche Klassenschülerzahl (20.1) deutlich unter dem österreichischen Vergleichswert liegt (24.7). Dies könnte mit der starken Differenzierung in der Oberstufe zusammenhängen: Mit der aktuellen Reform wird angestrebt, parallel Schwerpunktbildungen in naturwissenschaftliche, alt- und neusprachliche, wirtschaftliche und musisch-pädagogische Richtungen zu setzen (LVL vom 27. Mai 1997). Zur Organisationsstruktur gehört auch die inhaltliche Ausdifferen­ zierung innerhalb der einzelnen Schultypen (Schulversuche, Ausbil­ dungsgänge, Schwerpunktsetzungen), die auf die Durchlässigkeit und damit auch die Flexibilität des Systems einen Einfluss ausüben.241 Heeb (1998) zeigt in diesem Zusammenhang, wie mit 
de facto irreversiblen Schulversuchen zuerst Tatsachen geschaffen werden, die dann im nach­ 240 Der jüngste Vorstoss erfolgte in der Mai-Landtagssitzung (LVB vom 31. Mai 1997). Die derzeitige duale Struktur (Real- vs. Oberschule) würde bei circa 40 erwarteten Schülern pro Jahrgang zu suboptimalen Klassenschülerzahlen führen. 241 (Fiktives) Beispiel: Zwei Parallelklassen erhalten eine musische beziehungsweise sport­ liche Ausrichtung. In der Folge treten einige Schüler in andere Schulen über, die Klas­ sen werden kleiner. Mit Hinweis auf die unterschiedlichen Ausrichtungen (Lehrpläne) können die Klassen nicht zusammengelegt werden. Einsparungspotentiale bleiben un­ genutzt. 314
        

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