Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/305/
Organisation des Bildungswesens in Liechtenstein Vaduz zur Fachhochschule LIS und in der Beteiligung am Neu-Techni- kum Buchs zum Ausdruck kommt, gewinnt der nachfrageorientierte Ansatz, in Liechtenstein zunehmend an Bedeutung: Bildungsangebote sollten danach den Vorstellungen der Schüler, Eltern und Lehrer ent­ sprechen (zum Beispiel Schulversuche, Musikschule). 4.5.2 Organisation des Bildungswesens in Liechtenstein Das Bildungswesen wird in Liechtenstein im Prinzip vom Land gesteu­ ert. Ausnahmen bilden die Rindergärten und Primarschulen, bei denen laut Schulgesetz die Zuständigkeiten (Schulbau, Finanzierung, Schulver­ waltung) zwischen Land und Gemeinden geteilt sind. Bei den 
Kindergärten sind die gemeindlichen Kompetenzen am gröss- ten: Sie sind Träger der Kindergärten (Marginalie zu Art. 20 SchulG) und haben als solche die Gebäude'zu errichten216 und zu erhalten. Sie be­ stimmen durch den vom Gemeinderat zu wählenden Gemeindeschul­ rat217 die Schulbezirke und stellen Kindergärtner/innen,und Kindergar­ tenleiter an.218 Die Gemeinden tragen überdies die Besoldung, erhalten jedoch eine staatliche Subvention in Höhe von 30 Prozent. Die Führung und Organisation der Kindergärten wird allerdings durch staatliche Ver­ ordnung geregelt und durch das staatliche Schulamt kontrolliert. Die Gemeinden werden zwar im Schulgesetz auch als Träger der Pri­ marschulen bezeichnet (Marginalie zu Art. 25 SchulG), tatsächlich be­ schränkt sich die Autonomie der Gemeinden darauf, für die Errichtung und Erhaltung der Primarschulen (inkl. Schulbibliotheken) zu sor­ gen.219 Weder bei der Anstellung der Primarlehrer (nach Einholung ei­ ner Stellungnahme des Gemeindeschulrats) noch bei der Erstellung der Lehrpläne kommen den Gemeinden nennenswerte Kompetenzen zu. 216 Für die Errichtung einzelner Projekte wurden den Gemeinden vom Land anteilmässig bestimmte Subventionen gewährt, die jedoch neuerdings in Pauschalsubventionen um­ gewandelt wurden und nicht mehr für Einzelprojekte spezifiziert werden können. 217 Der Gemeindeschulrat berät den Gemeinderat in Bildungs- und Erziehungsfragen, übt die Kontrolle über die Schulgebäude und Schulanlagen aus und erstellt den Gemeinde­ budgetantrag für das Bildungs- und Erziehungswesen (Axt. 111 SchulG). 218 In jeder Gemeinde müssen so viele Kindergartenplätze geschaffen werden, dass zwei Jahrgänge aufgenommen werden können (Art. 20 Abs. 2 SchulG). 219 Hier gilt bezüglich der Subventionen dieselbe Regelung wie bei den Kindergärten. 305
        

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