Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/293/
Zur Entwicklung der Krankenversicherung in Liechtenstein 4.4.2.1 Exkurs: Einschätzung der abgestuften Subvention der obliga­ torischen Krankenversicherung Aus Brey er/Zweifel (1997, S. 401) beziehungsweise OECD (1991, S. 97) wird die Relation der altersbedingten Ausgaben der Krankenversiche­ rung übernommen. Uber 65jährige verursachen demnach durchschnitt­ lich das Fünfeinhalbfache, Erwachsene das Doppelte der Ausgaben für Kinder (bis 15 Jahre). Zwischen Männern und Frauen wird eine zusätz­ liche Differenzierung (1.5 zu 2.5) vorgenommen, die unter anderem die Mutterschaftsleistungen berücksichtigt. Aus der Krankenkassenstatistik (Rechenschaftsberichte) kann abgele­ sen werden, dass von den Krankenkassen pro liechtensteinischen Ein­ wohner200 circa 1700 CHF pro Jahr an obligatorischer Krankenpflege­ versorgung geleistet wird. Wenn dieser Durchschnittsbetrag nach obiger Relation auf die vier Gruppen ausdifferenziert wird, so erhält man in etwa die Relation 700 : 1050 :1750 : 3850. Diese Aufwände werden mit unterschiedlichen Beträgen subventio­ niert (siehe Tabelle 4.19). Die Krankenkassen erhalten natürlich Prämien von den Versicherten (beziehungsweise Arbeitgebern), die beispiels­ weise die aufgeführten Beträge ausmachen. Wenn diese einbezogen wer­ den, verbleiben durchschnittliche Gewinne/Verluste der Krankenkassen aus den vier Versichertengruppen. Als vorsichtiges 
Fazit kann aus dieser fiktiven Rechnung gezogen werden, dass die Altersstruktur der Versicherten tatsächlich die 
Perfor­ mance der Krankenkassen (und den Wettbewerb) beeinflussen dürfte, wenn auch nicht in sehr starkem Ausmass. Jedenfalls dürfte die Sanie­ rung der LKK nur dann dauerhaft sein, wenn die Rahmenbedingungen verändert werden. Zwei Varianten wären denkbar: Entweder die Subventionsrelation (20/30/60) wird so revidiert, dass für die 
Performance einer Kranken­ kasse die Versichertenstruktur keine Rolle mehr spielt (zum Beispiel 10/30/70), oder es wird (wie in der Schweiz) ein Ausgleich zwischen den Krankenkassen installiert, bei dem die jungen die älteren Kassen unter­ stützen. 200 In der Krankenkassenstatistik werden zwar 47 653 Versicherte (1995) gezählt, darin sind jedoch Mehrfachzählungen enthalten. Viele Liechtensteiner sind bei mehreren Kassen versichert. 295
        

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