Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/287/
Allgemeine Tendenzen und Einschätzungen den USA kleiner sein könnte als diejenige einer verlängerten Schulbil­ dung." (Breyer/Zweifel 1997, S. 116)178 In den Industrieländern gewinnt damit die Auffassung an Boden - und zwar unabhängig von der geltenden Form der Gesundheitsversor­ gung - dass dem stetig zunehmenden Anteil der Gesundheitsausgaben am Volkseinkommen kein adäquater Nutzenzuwachs mehr gegenüber­ steht, (vgl. Crivelli 1993, S. 638) 4.4.1.2 Was beeinflusst die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen? Leu/Doppelmann (1986) haben für die Schweiz untersucht, welche Fak­ toren die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen, die anhand der Indi­ katoren Konsultationen, Spitaltage und Kurtage festgemacht werden, beeinflussen. Dabei übt die 
Abweichung vom angestrebten Gesundheitszustand eine herausragende Rolle aus. Die Tatsache, ob jemand versichert ist (Versicherungsdeckung), wirkt auf die Konsultationen und die Kurtage, nicht jedoch auf die Spitaltage.179 
Dies spricht für einen nennenswerten Preis der Nachfrage: Die Erhebung von Selbstbehalten dürfte die Nach­ frage (nach Erstkontakten) bremsen. Als weitere Einflussgrösse auf die Nachfrage nach Gesundheitslei­ stungen ist die Hypothese zu diskutieren, wonach die 
Anbieter womög­ lich (im Eigeninteresse) 
Nachfrage nach medizinischen Leistungen induzieren. Die vorliegende Untersuchung bestätigt dies: Die Ärzte­ dichte wirkt auf die Konsultationen, die Bettendichte auf die Spitaltage positiv. "Es scheint tatsächlich so, dass die schweizerischen Ärzte bei er­ höhter Anbieterdichte zusätzliche Nachfrage nach ihren Leistungen in­ duzieren." (Breyer/Zweifel 1997, S. 145) Wenn die Abweichung vom angestrebten Gesundheitszustand ge­ trennt erhoben wird, beeinflusst - entgegen der landläufigen Meinung - das 
Alter die Nachfrage nach medizinischen Leistungen nicht sonder­ lich. Diese Feststellung bedarf noch einiger Bemerkungen. Die steigende 178 "Untersuchungen sowohl mit nationalen wie auch regionalen Daten bestätigen die Auffassung, dass Unterschiede in den Mortalitätsraten vergleichsweise wenig auf die medizinische Infrastruktur (und insbesondere die Ärztedichte) zurückgeführt werden können. Entscheidend scheint vielmehr die Produktivität der Individuen bei der Siche­ rung ihrer Gesundheit zu sein." (Breyer/Zweifel 1997, S. 124) 179 Möglicherweise, weil im Krankenhaus der Einfluss der Arzte besonders wirksam ist. 287
        

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