Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/259/
Die sozialpsychiatrische Versorgung von Liechtensteiner Bewohnern Faktisch kann der Verein für Betreutes Wohnen als ein "Trabant" des Amtes für Soziale Dienste bezeichnet werden, da das Amt die sozial- und psychotherapeutische Versorgung quasi in den Verein ausgelagert hat. Der Einfluss des Amtes kommt auch institutionell zum Ausdruck, indem vorgesehen ist, dass mindestens ein Mitarbeiter des Amtes für Soziale Dienste Vorstandsmitglied des Vereines sein muss. 4.2.4.3.2 Zum Ausmass des Substitutionseffektes Der Verein hält mit seinem ausdifferenzierten Angebot nunmehr eine psychosoziale Grundversorgung in Liechtenstein aufrecht. Insbeson­ dere die Therapeutische Wohngemeinschaft und das darin unterge­ brachte Krisenzimmer können als Alternative zur traditionellen Versor­ gung in ausländischen allgemeinpsychiatrischen Kliniken gelten. Die Therapeutische Wohngemeinschaft (TWG) ist in einem Haus in Mauren angesiedelt und bietet für zwölf Personen Platz. Es steht nun zu vermuten, dass die TWG mit ihrem Angebot Patien­ ten aus den ausländischen Kliniken abzieht. Wenn dieser Substitutions­ effekt eindeutig bestimmt werden kann, so liesse sich daraus der - in die­ sem Abschnitt vornehmlich interessierende - relative fiskalische Vorteil (Nachteil) aus der Sicht der liechtensteinischen öffentlichen Haushalte errechnen. Die Abschätzung des 
Ausmasses dieses Substitutionseffektes stösst jedoch auf erhebliche methodische Schwierigkeiten. Auf der Ebene leicht beobachtbarer Grössen lässt sich im wesentlichen nur 
ein Szenario nachzeichnen: Die Patientenströme (Belegtage), wie sie sich vor und nach Einrichtung der Therapeutischen Wohngemeinschaft tatsächlich ergeben haben. Der methodisch richtige Vergleich bestünde in den Patientenströmen (Belegtagen), die sich 
ohne TWG eingestellt hätten. Dieses hypotheti­ sche Szenario kann indessen nur mit erheblichem Aufwand direkt abge­ schätzt werden: Es müsste für jeden einzelnen Klienten der TWG eru­ iert werden, ob er (ohne TWG) einer stationären Behandlung in einer ausländischen Klinik bedurft hätte, eine Einschätzung, die auch dem Betreuungspersonal vor Ort recht schwer fiele (geschweige denn einem externen Beobachter). Insgesamt ist also zu erwarten, dass die Patientenzahlen an diesen ausländischen Einrichtungen seit dem Vollbetrieb der Therapeutischen 259
        

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