Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/241/
Die Bewältigung des Aufgabenbereichs Pflegebedürftigkeit im Alter 4.2.3.2.2.3 Einschätzung der Struktur "Nimmt man die verschiedenen Tätigkeitsbereiche der Familienhilfe, der Arbeitsstelle für Ambulante Altershilfe und der weiteren in der am­ bulanten Altershilfe tätigen Personen und Institutionen zusammen, ist das Angebot gesamthaft betrachtet sehr gut." (Arbeitsgruppe 1992, S. 73) Das Angebot an ambulanten Diensten ist in Liechtenstein wohl lückenlos. Jeder betagte Mitbürger kann auf die Unterstützung der Dienste vertrauen. Ein Problem dürfte darin bestehen, dass die verschiedenen Einrich­ tungen recht unkoordiniert agieren: "Die praktische Arbeit zeigt, dass zwischen den spitalexternen Diensten, wie sie die Familienhilfen im Land leisten, und der offenen Altershilfe, wie sie von der Arbeitsstelle für Ambulante Altershilfe verwirklicht wird, viele Berührungspunkte bestehen. Es ist deshalb notwendig, dass sich beide Organisationen lau­ fend absprechen und die ständige gegenseitige Information in der täg­ lichen Arbeit besonders in der Einzelfallbetreuung sicherstellen. Hier muss noch viel getan werden." (Arbeitsgruppe 1992, S. 73) Offensichtlich gibt es einige Uberschneidungsbereiche, in denen die gleichen Leistungen von verschiedenen Organisationen gleichzeitig an­ geboten werden. Etwa ist die Zurverfügungstellung des Hausnotrufs durch die Arbeitsstelle für Ambulante Altershilfe ohne die Einbezie­ hung jener Organisationen, die dann 
de facto gerufen werden, undenk­ bar. Hier erscheint es angezeigt, eine bessere institutionelle Lösung anzustreben. Schwierigkeiten bereitet den Altenhilfeeinrichtungen die Rekrutie­ rung von qualifiziertem Fachpersonal (vgl. Arbeitsgruppe 1992, S. 74). Da für Liechtensteiner das Geld viel leichter im kommerziellen Dienst­ leistungssektor zu verdienen ist und die Tätigkeit in der Altershilfe als vergleichsweise belastend eingestuft wird, können sich immer weniger Liechtensteiner für einen Pflegeberuf entscheiden. Damit ist man zuneh­ mend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Ein drittes (Liechtenstein-spezifisches) Problem liegt wohl darin, dass die ambulanten Dienste, insbesondere die Familien- und Haus­ haltshilfe, tendenziell überfinanziert sind. Das Subventionsniveau, das im Jahr 1993 ausgeschüttet wurde, haben die ambulanten Dienste gar nicht in der vollen Höhe verbraucht. Durch diese grosszügige Unter­ stützung können die Benützertaxen niedrig gehalten werden, wobei 241
        

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