Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/236/
Fallstudien zur Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben in Liechtenstein Wie wirkt sich die prognostizierte Zunahme der Anzahl älterer Men­ schen auf den Bedarf von Pflegeeinrichtungen aus? Gemeinhin wird an­ genommen, dass der Bedarf proportional mit der Zahl betagter Men­ schen ansteigt. Die Arbeitsgruppe verweist auf Kennzahlen für die Schweiz: Dort geht man für die Berechnung des Bedarfes an Pflege­ heimplätzen von einer Grösse von 2.4 bis 3.0 Prozent der über 65jähri- gen aus, je nach Grösse der zu überprüfenden Agglomeration. Der Bandbreite liegt die Überlegung zugrunde, dass es in ländlichen Gebie­ ten eher möglich sein sollte, Betagte in der Familie zu pflegen, als im städtischen Umfeld. Für die Vorhersage der notwendigen Altersheim­ plätze wird einheitlich mit einem Prozentsatz von sechs Prozent der über 65jährigen kalkuliert.140 Im Hinblick darauf, dass die Pflegebedürftigkeit vor allem hochbe­ tagte Menschen betrifft, wurde von der Arbeitsgruppe noch ein anderer in der Schweiz zur Anwendung kommender Indikator für Altersheim­ planungen herangezogen. Dieser Richtwert beträgt 30 Prozent der über 80jährigen Wohnbevölkerung. Eine Erhebung bezüglich des 
tatsächlichen Auftretens von Pflegebe­ dürftigkeit (Badelt et al, 1995) ergibt für Österreich folgende Werte:141 In Privathaushalten leben 1992 circa 435 000 ältere betreuungsbedürf­ tige Menschen. Davon ist ein Grossteil, nämlich 343 000, leicht betreu­ ungsbedürftig, während 63 000 als mittel und 29 000 als schwer betreu­ ungsbedürftig erkannt wurden. Bezüglich der 
stationären Einrichtungen wurde eine ähnliche Klas­ sifikation vorgenommen: Von den 57 736 stationär untergebrachten Per­ sonen (1992) sind 27 700 schwer, 15 100 mittel und 15 000 leicht betreu­ ungsbedürftig. Insgesamt fallen von den knapp 500 000 Betreuungs­ bedürftigen lediglich 56 890 in die Kategorie der schweren und 78 200 in die Kategorie der mittleren Betreuungsbedürftigkeit. 1.0 Weiters gibt es eine Vergleichsgrösse, wonach für Geriatrie- und Gerontopsychiatrie- betten mit einem Richtsatz von 1 Prozent der über 65jährigen gerechnet werden muss. 1.1 Die Hilfs- und Pflegebedürftigkeit der in Privathaushalten lebenden Personen wurde im Rahmen der Mikrozensusuntersuchungen abgefragt. Diese 1987 durchgeführte Er­ hebung lehnt sich an ein theoretisches Konzept an, welches das Ausmass funktionaler Fähigkeiten, die eine Person noch besitzt 
(activities of daily living), zu bestimmen ver­ sucht. Diese Betrachtung nach funktionalen Fähigkeit geht also über rein medizinische Kriterien, etwa das Vorhandensein von Krankheiten oder pathologischen Zuständen, hinaus. 236
        

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