Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/227/
Die Bewältigung des Aufgabenbereichs Pflegebedürftigkeit im Alter Abbildung 4.5: Welche Betreuungsform soll gewählt werden (nach Pfle­ gegrad, stilisiert)? leicht Pflegegrad ——schwer Ambulant ist (gesamtwirtschaftlich) vorzuziehen: | I Stationär ist (gesamtwirtschaftlich) vorzuziehen: | I Die stilisierte Rangordnung könnte also als Richtlinie für die Sozial­ planung dienen. Ein erhebliches Allokationsproblem entsteht insbeson­ dere dadurch, dass die Betroffenen (Pflegebedürftige und Angehörige) in ihrer Entscheidungssituation aufgrund des plötzlichen Auftretens der Nachfrage unter einem beträchtlichen Informationsdefizit leiden. Aus der Sicht der Sozialplanung müsste darauf Einfluss genommen werden, dass die Betroffenen in dieser Entscheidungssituation die jeweils be­ darfsadäquate und gesamtwirtschaftlich kostengünstige Betreuungs­ variante wählen. Die Aufgabe des Staates könnte an sich auf diese Bereitstellungs-, In- formations- und Steuerungsfunktion beschränkt bleiben. Allerdings reicht das tatsächliche Ausmass staatlicher Eingriffe weit über diese Funktion hinaus. Üblicherweise wurden und werden Pflegeleistungen nicht kostendeckend abgegeben. Gebietskörperschaften übernehmen die Defizite der anbietenden Organisationen, wenn sie sich nicht sogar selbst als Produzenten von Pflegeleistungen betätigen. Die Sozialpla­ nung gewinnt damit zusätzlich eine finanzpolitische Dimension. Wenn dieser Umstand miteinbezogen wird, so agiert die Sozialpla­ nung gegenüber der oben skizzierten recht einfachen Systembeschrei­ bung nunmehr unter völlig neuen Voraussetzungen: Alle Beteiligten senden "falsche" Preissignale aus beziehungsweise erhalten "falsche" Signale, was ihre Entscheidungen nicht unberührt lässt. Wie es zu sol­ chen falschen Preisrelationen kommt, soll im nächsten Unterabschnitt herausgearbeitet werden. 227
        

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