Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/226/
Fallstudien zur Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben in Liechtenstein bedürftigen) kann - nach den vorliegenden Daten - die ambulante Be­ treuung mit den niedrigeren Kosten aufwarten.126 Als Grund für die hohen Kosten der Spitin verwirft HealthEcon (1995, S., 52) die These einer etwaigen Uberversorgung mit Pflegelei­ stungen: "Im Heim werden bei schwer pflegebedürftigen Patienten viel mehr Behandlungspflegeleistungen pro Patient erbracht als in der Spi- tex. Ob diese Leistungen alle nötig sind, kann aufgrund der verfügbaren Zahlen nicht beurteilt werden. Es liegt aber kein Grund zur Annahme vor, dass die Heime unnötige Behandlungspflegeleistungen erbringen, finanziell werden sie dafür nicht abgegolten." Eine plausiblere Erklärung könnte so lauten: In einem Heim fallen Kosten in einer bestimmten Höhe an. Im Rahmen einer vorzunehmen­ den Kostenaufteilung wird dieser Kostenblock nach bestimmten Krite­ rien, die nicht eindeutig festgelegt werden können, verteilt. Daraus re­ sultiert die Verteilung in Behandlungspflege- und Grundpflegekosten.127 Nach den referierten Kostenvergleichen ergibt sich ein 
eindeutiger Vor­ zugfür die ambulante Versorgung von Pflegebedürftigen. Der betriebs­ wirtschaftliche Kostenvergleich ist allerdings insofern zu 
relativieren, als er die 
Leistungen der pflegenden Angehörigen ausschliesst.128 Werden de­ ren Pflegestunden mit den Opportunitätskosten der Angehörigen bewer­ tet, so verschiebt sich das Bild zulasten der ambulanten Betreuung. Wenn angenommen wird, dass der Pflegebedürftige bezüglich der Be­ treuungsform keine Präferenz hegt129 und dass die Opportunitätskosten der betreuenden Angehörigen nicht allzu hoch sind, kann eine stilisierte Rangordnung der verschiedenen Betreuungsformen - differenziert nach Pflegestufen - vorgenommen werden, die auf die relative Kosteninten­ sität (gemäss Rieben 1982) abstellt: 126 Bezüglich der schwer Pflegebedürftigen scheint allerdings Vorsicht geboten, weil das Resultat den einschlägigen Untersuchungen (Rieben 1982) widerspricht. Insbesondere wird das Ergebnis abgeschwächt, wenn die Geriatrie des KH Vaduz aus dem Vergleich ausgeschieden wird. Insgesamt gilt es sicherzustellen, dass die Pflegeintensität der ver­ glichenen Langzeitpflegebedürftigen tatsächlich übereinstimmt. 127 Ob die Heime ineffizient wirtschaften, bedarf einer eingehenderen Untersuchung. Die bei grober Durchsicht festzustellenden Diskrepanzen in der 
Kostenperformance sind jedoch eklatant und mithin erklärungsbedürftig. 128 HealthEcon (1995, S. 35 f.) hat die Mitarbeit der Angehörigen zwar erhoben, sie spie­ len im Kostenvergleich allerdings keine Rolle mehr. 129 Besteht hingegen - wie eingangs erwähnt - bei den Pflegebedürftigen eine Präferenz zu­ gunsten der ambulanten Betreuung und liesse man diese Präferenz als Argument in der Sozialplanung uneingeschränkt gelten, so würde sich die relative Überlegenheit der am­ bulanten Betreuung noch ein Stück weit in Richtung höherer Pflegegrade ausdehnen. 226
        

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