Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
28
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000130578/202/
Fallstudien zur Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben in Liechtenstein dem Kreis der Entscheider räumlich (und zeitlich) möglichst zusam­ menfallen soll. Wenn für bestimmte staatliche Aufgaben dementspre- chende Einheiten geschaffen sind, so steht zu erwarten, dass optimale Allokationsentscheidungen getroffen werden. Beide Ansätze, die 
Prinzipal-Agent-Theorie und das 
Prinzip der fis­ kalischen Äquivalenz, geben Anhaltspunkte, wie sich die institutionelle Struktur, mit der die Bereitstellung staatlicher Aufgaben organisiert wird, verbessern lässt. Die Theorien lenken quasi das Augenmerk des Ökonomen auf institutionelle Reibungsverluste, die in dieser Höhe nicht unbedingt notwendig sein mögen. Insofern können die beiden Ansätze als Konkretisierung der allgemeinen Forderung nach Trans­ aktionseffizienz gelten. Sie werden in den Fallstudien mehrfach prakti­ sche Anwendung finden. 4.1.3.4 Institutionenwandel als Reaktion auf veränderte ökonomische Restriktionen Es liegt auf der Hand, dass Institutionen keine unveränderlichen Grös­ sen darstellen, sondern im Lauf der Zeit einem Wandel unterliegen (müssen). Dies gilt natürlich in besonderem Mass für nachgeordnete Institutionen, die flexibler an veränderte Umweltbedingungen angepasst werden können. Primäre Institutionen werden demgegenüber selten in Frage gestellt: Hierzu müssen die gesellschaftlichen Umwälzungen mas­ siver sein (zum Beispiel Revolution). Auf die (nachgeordneten) Institutionen wird insbesondere dann ein Anpassungsdruck ausgeübt, wenn externe Einflüsse sich rasch verän­ dern (zum Beispiel Globalisierung). Dieser externe Druck führt dazu, dass bestimmte Regelungen (zum Beispiel Arbeitsrecht) von den Indivi­ duen nicht mehr einfach hingenommen, sondern hinterfragt und womöglich verletzt werden. Jede Nichtbefolgung schwächt ihrerseits die Institution. Je nach Ausgestaltung und Güte der Rückkoppelungs- schleifen wird den Entscheidungsträgern signalisiert, dass die Institution ihre grundlegenden Funktionen nicht mehr ausreichend erfüllt und da­ mit reformbedürftig geworden ist. Alte Institutionen werden dennoch nicht so leicht ausgetauscht, weil die Fähigkeit neuer Institutionen, Unsicherheit zu reduzieren, selbst als Unsicherheit erfahren wird. Insgesamt folgt daraus, dass jede in die Zukunft wirkende Gegenwartsentscheidung über zeitstabile institutio­ 202
        

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