Herausgeber:
LGU Schriftenreihe
Bandzählung:
1973
Erscheinungsjahr:
1973
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000104263/11/
5. Technologie ist nur Hilfsmittel des Umweltschutzes, keine Grundlage und 
kein langfristiges Heilmittel. Wasserklärung, Lärmbekämpfung, Luftreinigung, Umsteigen vom privaten auf den öffentlichen Verkehr sind alles außerordentlich wichtige Sofortmaßnahmen. Wir müssen uns aber klar sein darüber, daß es sich um Symptombekämpfung handelt und nicht um Wur- zelbehandlung. Technologie ohne entscheidende Abflachung des Wachstums, ohne Umdenken, ohne ein intelligenteres Konsumverhalten in der industrialisierten Gesellschaft kann die Umweltbelastung nur kurzfristig herabsetzen; die Verbesserung wird rasch vom exponentiellen Wachstum der Verschmutzungsquellen über- spielt. 6. Das Umdenken, die 
Umstellung muß vom Einzelnen her- kommen, von der Gemeinde, der Region, dem einzelnen Land, vom Kleinen zum Großen. Internationalisierung ist zur Koordi- nation der Maßnahmen dringend nötig, darf aber nicht bloß Alibi sein für eine Verzögerung konkreter Maßnahmen und für die Flucht vor der eigenen Verantwortung. In der Erkenntnis dieser Problematik ist heute Ihre Gesellschaft zur Koordination und Verstärkung aller Bemühungen auf dem Gebiete des Umweltschutzes gegründet worden. Ein großes Pro- gramm liegt vor uns, ein Programm, das heute und sofort in An- griff genommen werden muß, nicht nur im Interesse ferner Gene- rationen, sondern in unserem ureigensten Interesse an einer für uns lebenswerten Welt. Es ist eine große Beruhigung, daß hier die besten und initiativsten Männer und Frauen des ganzen Staates Liechtenstein zur Inangriffnahme dieses Werkes zu- sammengekommen sind. Wie istUmweltschutz zubetreiben? Mario F. Broggi Dipl. Forsting. ETH Leiter der technischen Abteilung der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz Der Umweltschutz ist heute in aller Munde. Vor drei Jahren noch hätte man auf die Frage «Was ist Umweltschutz?» kaum eine richtige Antwort erhalten. Dazwischen liegt das Europäische Naturschutzjahr 1970. Mit diesem Jahr stieg die Zahl der Zei- tungsartikel, die sich mit der Umweltzerstörung befassen, auf das Vielfache. War zuvor nur hin und wieder über die Verschmutzung vor allem der Gewässer berichtet worden, so kann man heute fast täglich Abhandlungen über die Umweltzerstörung lesen. Eine Hiobsbotschaft jagt die andere. Bei gleichbleibendem Wirt- schaftswachstum ist auf verschiedenen Sektoren das Ende des Raubbaues abzusehen. Da man den Schutz unserer Umwelt ernst zu nehmen beginnt, ist es umso bedauerlicher, wenn man mit diesen Postulaten nur leere Schlagworte und Lippenbekennt- nisse spricht. Insbesondere die Werbung hat das Modewort «Um- weltschutz» entdeckt und preist vieles Mögliche und Unmög- liche unter diesem Aspekt an, nur um mit dem Umweltbewußt- sein von uns wieder einige Prozente am Markt zu erobern.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.