Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
26
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000083525/378/
Zusammenfassung der Diskussion Religionsgemeinschaften nicht aufdrängen können. Schliesslich sei es, wenn es um die historisch bedingten, besonderen demokratischen Er­ rungenschaften gehe, wie er deutlich gemacht habe, allein eine souverä­ ne Entscheidung dieses Volkes, was es daraus mache. Und er sehe auch nicht, dass es Schwierigkeiten geben sollte, wenn er dem deutsches Ver­ fassungsrecht zugrundelege. Für 
Noldi Frommelt steht fest, dass es letztlich keine sachliche Erklä­ rung dafür gebe, warum man Liechtenstein zu einem Erzbistum gemacht habe. Es gebe nur die eine und das sei die, ein Personalproblem zu lösen. Gerard Batliner bemerkt, der Herr Erzbischof habe gestern Nach­ mittag das frühere Albanien als Beispiel für eine feindliche Trennung von Staat und Kirche erwähnt. Vielleicht verdiene es festgehalten zu werden, dass das heutige Albanien sich eine neue Verfassung gegeben habe, eine schöne, europaratskonforme Verfassung mit einem eindrücklichen Grundrechtekatalog. Die Trennung von Staat und Kirche sei zwar ver­ fassungsrechtlich verankert. Es handle sich aber nicht um eine unfreund­ liche Trennung, und die Religionsgemeinschaften erfahren eine wohl­ wollende Behandlung. Er möchte noch auf die Anfrage von Regula Imhof zum Thema Demokratie zurückkommen. Der Herr Erzbischof habe, was die staatliche Seite angehe, auf die gegenüber dem Ausland un­ terschiedliche liechtensteinische verfassungsrechtliche Situation und Kultur einer «Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage» hingewiesen. Wenn er Zeit hätte und es ihm erlaubt wäre, die Entwicklungen der letzten Jahre nachzuzeichnen, würden die An­ wesenden selbst zum Ergebnis kommen, dass wir in den entscheidenden Fragen auf dem Wege seien zu einer «Erbmonarchie auf monarchischer Grundlage». Die hier Anwesenden hätten in diesen drei anstrengenden Tagen feststellen können, dass wir uns in einer schier ausweglosen Lage befinden. Im Unterschied zu Wolfram Höfling habe er keine Lösung, von der öffentlich-rechtlichen Anerkennung der evangelisch-reformier- ten und lutherischen Religionsgemeinschaften abgesehen. Wir seien ob­ jektiv zu klein für eine Diözese. Er verweise dabei auf das Referat von Urs Josef Cavelti und auf sein eigenes Diskussionsvotum von gestern. Doch unsere vertrackte Lage im objektiv nicht lebensfähigen Kleinst­ raum werde durch subjektive, persönliche Verhaltensweisen des Herrn Erzbischof noch verschärft und potenziert, statt gemildert. Er erinnere an die unnötige Zerschlagung des Dekanats, von der gestern bei Giusep Nay die Rede gewesen sei. Oder, wo beispielsweise im kleinen Raum auf 386
        

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