Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
26
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000083525/213/
Urs Josef Cavelti Die französische Bischofskonferenz hat 1965 dem Apostolischen Stuhl drei Modelle vorgelegt: Anpassung der Diözesen an die neuen De­ partemente, Beibehaltung der bisherigen Diözesen Paris, Versailles und Meaux unter Einsetzung von Weihbischöfen mit eigenen Kompetenzen oder die Reorganisation durch strikte Anpassung an soziologische und gesellschaftliche Gegebenheiten unter einer kollegialen Leitung. Die Pläne des Apostolischen Stuhls mussten kurz vor der Veröffentlichung nochmals zurückgenommen und geändert werden aufgrund heftiger Reaktionen der Priester, die zuvor nie konsultiert worden waren. Mit der Reorganisation vom 9. Oktober 196624 wurde eine neue Kirchenre­ gion Paris gebildet, die aus acht Bistümern besteht. Neu ist die enge pastorale Zusammenarbeit durch die Bildung einer zentralen und einer peripheren Zone mit je einem leitenden Rat. Diesen übergeordnet ist die Kirchenregion, wiederum mit eigenem Rat; sie ist für die gesamtpasto- rale Grundausrichtung verantwortlich, für gemeinsame Institutionen wie Seminar und Offiziälat sowie den erleichterten Austausch von Pries­ tern. Dieses Organisationskonzept baut konsequent auf den soziologi­ schen und gesellschaftlichen Gegebenheiten auf. Es richtet die pastorale Arbeit in manchen Bereichen funktional und überdiözesan aus. Es zeigt damit wie Aufgaben, weil nicht konstitutiv, aus der einzelnen Diözese ausgegliedert und im grösseren Verband geregelt werden können. Die zweite, bevölkerungsmässig explodierende Region Lyon sah sich vor ähnliche Probleme gestellt, wozu sich zusätzlich ein überproportio­ naler Einbruch an Priesterberufen und Mangel an materiellen Ressour­ cen einstellte. Hier hat sich Rom von Anfang an durch den Nuntius ein­ geschaltet und die Vorbereitungsarbeit nicht mehr ausschliesslich den Ortsbischöfen überlassen. Gegen eine ähnliche Organisation wie in Paris mit einer zentralen und einer peripheren Zone erhob sich im Klerus star­ ke Opposition. Die Reorganisation vom 26. Dezember 1970 hat dem Rechnung getragen. Anders als in Paris wurden lediglich eine neue Diö­ zese gegründet und die Grenzen des Erzbistums Lyon den neu gezoge­ nen Departementsgrenzen angepasst. Eine Dezentralisierung erfolgte 24 AAS 59, 1967, S. 212-214. - Der französische Staat hat neu die Departemente Paris, Haut-de-Seine, Val de Marne, Seine-Saint-Denis, Val d'Oise, Yvelines und Essone gebildet. Die neuen acht Kirchensprengel sind das Erzbistum Paris mit den Diözesen Paris, St. Denis, Nanterre, Choisy-le-Roi; das Erzbistum Versailles mit den Diözesen Versailles, Pontoise und Evry-Corbeil sowie das bisherige Bistum Meaux. 220
        

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