Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
26
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000083525/212/
Erzdiözese und Vatikanum II tums war. Der Apostolische Stuhl wahrte mit diesem Schritt die Konti­ nuität der aktuellen Seelsorge und war insbesonders einer Überprüfung der Verhältnisse im einzelnen enthoben. Die Wirkung war beachtlich. Gemäss Dekret der Bischofskongregation vom 30. September 1986 wurde die Zahl der Diözesen von 325 auf 228 reduziert.22 Eine Über­ prüfung der Diözesangrenzen an Hand der konziliären Kriterien ist damit nicht erfolgt und diese Arbeit steht noch an. Dass sie notwendig ist, ergibt sich aus einem quantitativen Element. Noch immer sind in mehr als 40 Diözesen weniger als lOO'OOO Katholiken zusammenge­ schlossen.23 Frankreich: Flexibilität in Ballungszentren Die Erarbeitung von Konzepten für die Neuumgrenzung von Diözesen entwickelte sich fast parallel zur Konzilsarbeit. Frankreich hat die viel­ fältigen Möglichkeiten des Konzils-Dekrets wahrgenommen und schwergewichtig die grossen Ballungszentren Paris und Lyon neu orga­ nisiert. Ausgangspunkt bildeten die massiven Zuwanderungen und die damit verbundenen baulichen Entwicklungen, welche aus dem Zentrum Paris mit den traditionellen Vororten eine weiträumige Region entstehen liessen. Den mit dem Bau von Satellitenstädten entstehenden gesell- schaftlich-sozialen Problemen, den Interdependenzen verkehrspoliti­ scher, wirtschaftlicher und administrativer Natur waren die vorgege­ benen kirchlichen Strukturen nicht mehr gewachsen. Die französische Regierung hatte 1964 die bestehenden zwei Departemente von Paris auf sieben neue aufgeteilt. Die Probleme der Kirche lagen ähnlich. Die strik­ te Anlehnung der Diözesen an die staatlichen Departemente - eine An­ ordnung, die seit dem Konkordat von Napoleon (1801) noch heute zwar nicht ausschliesslich, aber doch in erheblichem Mass fortwirkt - erwies sich als ungenügend. 22 AAS 79, 1987, S. 442-449; S. 625-828. - 
Giorgio Feliciani, II riordinamento delle Dio- cesi italiane, in: Louis Carlen (Hrsg.) Neue Bistumsgrenzen - Neue Bistümer, Bd. 27 der Freiburger Veröffentlichungen aus dem Gebiet von Kirche und Staat, 1992, S. 81-98. - Die 228 Diözesen sind geleitet von 29 Metropoliten, 21 Erzbischöfen, 156 Bischöfen, 1 Militärbischof, sodann bestehen 2 Territorialprälaturen, 6 Abteien nullius und 3 Personaldiözesen des orientalischen Ritus. 23 LThK 2. Auflage, Bd. 5, Stichwort Italien, S. 661-678. 219
        

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