Entscheidungsinhalte und Entscheidungswirkungen lautet, unter Bezugnahme auf diese Entscheidung "unverzüglich" im Landesgesetzblatt zu veröffentlichen. Die Verantwortung für die Kund­ machung liegt demnach bei ihr und nicht beim Staatsgerichtshof.241 Die Verpflichtung zur Kundmachung hat auch im Kundmachungsgesetz vom 17. April 19 8 5242 Niederschlag gefunden. Neben der generellen Verpflichtung zur Herausgabe des Landesgesetzblattes in Art. 2 hat sie auch nach Art. 3 Bst. e des Kundmachungsgesetzes Entscheidungen des Staatsgerichtshofes auf Aufhebung von Gesetzen oder Verordnungen im Landesgesetzblatt kundzumachen. Diese Verpflichtung nimmt der Staatsgerichtshof in den Tenor der Entscheidung auf243 und setzt sich gelegentlich auch mit ihr in den Ent­ scheidungsgründen auseinander.244 Es kommt aber auch vor, dass er von treffenden Bestimmung zu erkennen, deren Aufhebung auszusprechen und die unver­ zügliche Kundmachung zu verfügen gewesen sei, und StGH 1985/11 /V, Urteil vom 10. November 1987, LES 3/1988, S. 88 (92), wo der Staatsgerichtshof darauf hinweist, dass die Anordnung der "unverzüglichen Veröffentlichung" in Art. 43 StGHG i. d. F. LGB1 1979 Nr. 4 gründe. 241 Wenn man StGH 1988/20, Urteil vom 27. April 1989, LES 3/1989, S. 125 (129), als Bei­ spiel heranzieht, so stellt man aufgrund der Aktenlage fest, dass der Staatsgerichtshof seine Entscheidung der Regierung am 12. Mai 1989 zugestellt hat, und die Kundma­ chung mit LGB1 1989 Nr. 35, das am 13. Juni 1989 ausgegeben wurde, erfolgt ist. Zwi­ schen der Zeit der Zustellung und der Kundmachung der aufgehobenen Rechtsvor­ schriften im Landesgesetzblatt ist demnach ein Monat vergangen. 242 LGB1 1985 Nr. 41. Die in der Zwischenzeit eingetretenen Änderungen sind aus LR 170.5 ersichtlich. Daneben bestimmt auch Art. 43 Abs. 1 StGHG, dass Entscheidungen oder Verfügungen des Staatsgerichtshofes der Vollstreckung unterliegen, die sich nach den Vorschriften über das Verwaltungszwangsverfahren (Art. 110 ff. LVG) zu richten hat. Für Österreich siehe Heinz Schäffer, Die Exekution der Erkenntnisse des öster­ reichischen Verfassungsgerichtshofes, S. 219 f. Danach ist die Verpflichtung zur Vor­ nahme der Publikation als Leistungsverpflichtung vollstreckbar, wenn das hiezu ver­ pflichtete Organ dieser Verpflichtung nicht nachkommt. Als geeignetes Voll­ streckungsmittel sieht er die Ersatzvornahme an, da eindeutig die Verpflichtung zu einer vertretbaren Handlung vorliege. Vgl. auch Art. 125 LVG. 243 In der neueren Judikatur ist dies durchwegs der Fall. Siehe etwa StGH 1997/14, Urteil vom 17. November 1997, LES 5/1998, S. 264; StGH 1997/7, Urteil vom 26. Juni 1997 (noch nicht veröffentlicht), S. 2; StGH 1996/28, 32, 37 und 43, Urteil vom 21. Februar 1997, LES 2/1998, S. 57; StGH 1996/36, Urteil vom 24. April 1997, LES 4/1997, S. 211 (212); StGH 1995/15, Urteil vom 31. Oktober 1995, LES 2/1996, S. 65 (66); StGH 1994/6, Urteil vom 4. Oktober 1994, LES 1/1995, S. 16 (17); StGH 1993/4, Urteil vom 30. Oktober 1995, LES 2/1996, S. 41; StGH 1991/9, Urteil vom 13. April 1992 (nicht veröffentlicht), S. 1; StGH 1991/7, Urteil vom 19. Dezember 1991 (nicht veröffent­ licht), S. 1; und StGH 1988/20, Urteil vom 27. April 1989, LES 3/1989, S. 125 (der Ent­ scheidungstenor ist nur aus dem Original, S. 1, ersichtlich). 244 Vgl. etwa StGH 1994/4, Urteil vom 26. Mai 1994 (nicht veröffentlicht), S. 20; StGH 1994/6, Urteil vom 4. Oktober 1994, LES 1/1995, S. 16 (23), und StGH 1987/18, Urteil vom 2. Mai 1988, LES 4/1988, S. 131 (134). 344
        

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