Außiebung von Gesetzen und Verordnungen führen. Der Staatsgerichtshof spricht die Aufhebung unter genauer Be­ zeichnung der Gesetzes- oder Verordnungsstelle aus.25 Bei Vereinbar­ keit mit der Verfassung oder dem Gesetz stellt der Staatsgerichtshof fest, dass die geprüfte Vorschrift verfassungsmässig26 oder "verfassungs­ konform "27 beziehungsweise nicht verfassungswidrig ist.28 Diese Fest­ stellung der Verfassungsgemässheit29 erfolgte früher häufig nicht im Tenor, sondern in den Entscheidungsgründen.30 Es dürfte allerdings nicht immer leicht sein, eine zutreffende Tenorierung zu finden. Miss­ verständlich ist es, wenn der Staatsgerichtshof dieser Vereinbarkeits­ erklärung mit Verfassung und Gesetz die Feststellung gleichsetzt, bei der es darum geht, ob eine (geprüfte) Vorschrift "wirksam und anzu- 25 Vgl. etwa StGH 1996/29, Urteil vom 24. April 1996, LES 1/1998, S. 13 (14), in bezug auf Ziff. 4 des Entscheidungsausspruches; StGH 1996/36, Urteil vom 24. April 1997, LES 4/1997, S. 211 (212), in bezug auf Ziff. 4 des Entscheidungsausspruches und StGH 1988/20, Urteil vom 27. April 1989, LES 3/1989, S. 125. Der betreffende Entschei­ dungsausspruch in Ziff. 1 ist allerdings nur aus der Originalausfertigung ersichtlich. 24 StGH 1993/6, Urteil vom 23. November 1993, LES 2/1994, S. 41; StGH 1991/14, Urteil vom 23. März 1993, LES 3/1993, S. 73, unter ausdrücklicher Bezugnahme auf StGH 1990/5, Urteil vom 25. November 1990; StGH 1990/13, Urteil vom 3. Mai 1991, LES 4/1991, S. 136 (138), und StGH 1988/20, Urteil vom 27. April 1989, LES 3/1989, S. 125. Der betreffende Entscheidungsausspruch in Ziff. 4 ist allerdings nur aus der Original­ ausfertigung ersichtlich. Bei Verordnungen lautet es im Spruch "verfassungs- und gesetzmässig". Vgl. StGH 1986/7, Urteil vom 5. Mai 1987 (nicht veröffentlicht), S. 1. 27 StGH 1997/14, Urteil vom 17. November 1997, LES 5/1998, S. 264, in bezug auf Ziff. 1 des Entscheidungsausspruches. 28 StGH 1978/6, Entscheidung vom 11. Oktober 1978 (nicht veröffentlicht), S. 1 29 Sie liegt der Aufhebung zugrunde, wie dies in der Tenorierung der Entscheidung in der älteren Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes zum Ausdruck kommt. Vgl. etwa StGH 1968/2, Entscheidung vom 12. Juni 1968, ELG 1967 bis 1972, S. 236 f. 30 Vgl. etwa StGH 1980/2, Entscheidung vom 5. März 1980 (nicht veröffentlicht), S. 5 ff. In Ziff. 1 des Entscheidungsausspruches (S. 1) heisst es lediglich: "Der Antrag wird abgewiesen."; StGH 1977/7, Entscheidung vom 21. November 1977 (nicht veröffent­ licht), S. 5 und 2/Ziff. 2 des Entscheidungsausspruches; StGH 1976/2, Entscheidung vom 13. September 1976 (nicht veröffentlicht), S. 5 f. In Ziff. 1 des Entscheidungsaus­ spruches (S. 2) heisst es: "Der Antrag des Fürstlich Liechtensteinischen Landgerichtes Vaduz vom 20. Mai 1976 wird abgewiesen, da weder eine Verfassungs- noch eine Gesetzwidrigkeit von Art. 17 Abs. 2 der Verordnung zum Grundverkehrsgesetz (LGB1 1975 Nr. 23) vorliegt."; StGH 1972/1, Entscheidung vom 6. Juli 1972, ELG 1973 bis 1978, S. 336 (338 f.) und S. 336/Ziff. 1 des Entscheidungsausspruches. Es gibt aber auch schon für diese Zeit Beispiele, die eine ausdrückliche Tenorierung der Verfassungs- bzw. Gesetzmässigkeit vorsehen. So zum Beispiel StGH 1970/4, Entscheidung vom 11. Ja­ nuar 1971, ELG 1967 bis 1972, S. 263, und StGH 1967/2, Entscheidung vom 6. Mai 1968, ELG 1967 bis 1972, S. 219 (220). Nach Ludwig Adamovich, Die Prüfung der Gesetze und Verordnungen durch den österreichischen Verfassungsgerichtshof, S. 287, könnte man in solchen Fällen einen Antrag auf Aufhebung abweisen, oder wenn die Prüfung durch den Staatsgerichtshof von Amts wegen eingeleitet wurde, könnte er aus­ sprechen, dass ein Anlass zur Aufhebung nicht vorliegt. 299
        

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