Verordnungen die dafür im Schrifttum ins Treffen geführt werden, überzeugen nicht. Der Staatsgerichtshof selber hat sich über seine divergierende Spruch­ praxis noch keine Rechenschaft gegeben. 3. Resümee a) Rechtslage Auszugehen ist von Art. 104 Abs. 2 der Verfassung, der nur Verordnun­ gen der Regierung erfasst. Diese Einschränkung findet sich auch in den einschlägigen Bestimmungen des Staatsgerichtshofgesetzes. So nimmt Art. 11 Ziff. 2 StGHG wörtlich den Verordnungsbegriff der Verfassung auf. Ähnliches gilt auch für die Art. 25, 26 und 28 StGHG. Dies ergibt sich aus dem Kontext. Auffallend ist nämlich, dass als Antragsberech­ tigte in Art. 25 und 28 StGHG nur Gerichte oder Gemeindebehörden in Frage kommen. Die Regierung bleibt unerwähnt, das heisst, vom Kreis der Antragsberechtigten ausgeklammert. Diese Regelung ist ein deut­ licher Hinweis dafür, dass der Gesetzgeber nur an Verordnungen der Regierung gedacht hat, die von anderen Organen als der Regierung zur verfassungs- und gesetzmässigen Überprüfung an den Staatsgerichtshof herangetragen werden können. Um Verordnungen einer Gemein­ debehörde kann es sich dabei nicht handeln, denn es würde wohl keinen Sinn machen und kommt auch in der Praxis nicht vor, dass Gemein­ debehörden ihre eigenen Verordnungen wegen Verfassungs- oder Ge­ setzwidrigkeit beim Staatsgerichtshof anfechten. Dagegen wird sich eine Gemeinde gegen eine Verordnung der Regierung zur Wehr setzen, wenn sie sie für verfassungs- oder gesetzwidrig hält, und die Verordnung un­ ter Umständen Angelegenheiten ihrer kommunalen Stellung und Selbst­ verwaltung berührt.159 Art. 26 StGHG normiert die selbständige Anfechtung von Verord­ nungen, wobei für die Antragsfrist von einem Monat der Zeitpunkt der Publikation im Landesgesetzblatt160 massgebend ist. Daraus folgt, dass es sich um Verordnungen handelt, die im Landesgesetzblatt kundge­ 159 Vgl. Job von Neil, Die politischen Gemeinden im Fürstentum Liechtenstein, LPS 12, Vaduz 1987, S. 220. 160 Das Landesgesetzblatt wird gemäss Art. 2 des Kundmachungsgesetzes, LGB1 1985 Nr. 41, von der Regierung herausgegeben. 249
        

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