Verfahrensanforderungen ab) Bedenken des Staatsgerichtshofes Trotz veränderter Verhältnisse ist die Bemerkung des Staatsgerichts­ hofes schwer verständlich, wonach es den Anschein einer Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes erwecke, wenn Gemeindebehörden seit der Ver­ fassungsänderung im Jahr 1964210 nach wie vor besser gestellt seien als inzwischen geschaffene letztinstanzliche Landesbehörden, auch wenn den Gemeinden ein eigener Wirkungskreis zukomme und Landesbehör­ den nur einen vom Land übertragenen Wirkungskreis besässen.211 Dieser Einwand übersieht, dass im Normenkontrollverfahren die Ge­ meinde als autonome Teilkraft dem Staat gegenübertritt und als solche Berücksichtigung findet. Es sind staatsorganisatorische Überlegungen, die hier mit Blick aufs Staatsganze massgebend und zentral sind und sinnvollerweise für eine solche Regelung sprechen. Die Bedenken des Staatsgerichtshofes haben offensichtlich einen an­ deren Ausgangspunkt, wenn er generell die Art der Behörden, die nach Staatsgerichtshofgesetz für die Antragsberechtigung in Frage kommen, in den Vordergrund rückt und die sachliche Richtigkeit der Entschei­ dung des Gesetzgebers in Zweifel zu ziehen scheint, auf Landesebene nur Gerichtsbehörden und nicht auch Verwaltungsbehörden in den Kreis der antragsberechtigten Organe aufzunehmen. Daran hält im übri­ gen der Gesetzgeber auch in den Art. 17 und 19 des noch nicht sanktio­ nierten Staatsgerichtshof-Gesetzes fest. So gesehen geht es aber nicht mehr um eine Vorzugsbehandlung der Gemeindebehörden gegenüber Verwaltungsbehörden des Landes, sondern darum, ob es sachlich ver­ tretbar und richtig ist, auf Landesebene nur Gerichtsbehörden zur An­ tragstellung zuzulassen. ac) Gesetz und Praxis des Staatsgerichtshofes Der Gesetzgeber hat diesbezüglich schon bisher zwischen Gerichts­ und Verwaltungsbehörden unterschieden, so dass der Staatsgerichtshof Verwaltungsbehörden konsequenterweise von der Antragstellung aus­ genommen hat.212 Dies ist ständige Rechtsprechung. Er hat es auch ab­ 210 Gemeint ist Art. 78 Abs. 3 der Verfassung, abgeändert durch LGB1 1964 Nr. 10. 211 StGH 1981/14, Beschluss vom 9. Dezember 1981, LES 1982, S. 169. 212 Vgl. StGH-Entscheidung vom 30. Januar 1947, ELG 1947 bis 1954, S. 164 (165). Hier gibt der Staatsgerichtshof zu verstehen, dass eine ausdehnende Auslegung des Art. 28 StGHG infolge des eindeutigen Wortlauts nicht möglich sei. Es komme daher die Befugnis des Art. 28 Abs. 2 StGHG nur den Gerichten, nicht aber auch "Verwaltungs­ stellen" zu. 176
        

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