Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
25
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000082729/60/
Industrie, Wirtschaft und Finanzen im Image von Liechtenstein In den Antworten der Befragten verband sich die Aussage "Niedrige Steuern, Steuerparadies" sehr eng mit den Aussagen "Steuerflucht", "Briefkastenfirmen" und "Hat viel Industrie". Bei der hier zugrunde ge­ legten Faktorenanalyse Hessen sich die vier Aussagen als Elemente nur eines Faktors zusammenfassen. Die Häufigkeit dieser Aussagen in den 21 Ländern der Umfrage zeigt Tabelle 18. Wie eben beschrieben, findet sich die Vorstellung "Niedrige Steuern, Steuerparadies" besonders häufig in den steuergeplagten skandinavi­ schen Staaten, in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, den Nieder­ landen und Belgien. Es sind eher Männer als Frauen, die an diesen Vor­ teil denken, oft im mittleren Alter, mit überdurchschnittlichem Einkom­ men und überdurchschnittlicher Bildung. Uberraschenderweise zeigt sich die Vorstellung öfter bei jenen, die nur eine Vorstellung vom Land haben, als bei jenen, die Liechtenstein schon einmal mit eigenen Augen sahen. Von den deutschen Liechten­ stein-Besuchern assoziieren z.B. 55 Prozent niedrige Steuern mit dem Fürstentum, aber von jenen, die nur eine vage Vorstellung haben, gleich 74 Prozent. Offenbar handelt es sich also bei dem Gedanken der Steuer­ freiheit um ein von den Medien transportiertes Denkmuster, das dazu tendiert, sich von der konkreten Wahrnehmung loszulösen und ein eigenständiges Dasein zu führen: Schweizer sind Uhrmacher, Italiener essen Spaghetti, und Liechtensteiner brauchen keine Steuern zu zahlen. Weniger erfreulich, aber zum Glück auch deutlich weniger verbreitet sind zwei andere Vorstellungen mit Tendenz zum Klischee, die sich eng mit dem Gedanken der Steuerfreiheit verbinden: "Steuerflucht" und Sitzgesellschaften, im Sprachgebrauch der Bevölkerung - der zu benut­ zen war - die sogenannten "Briefkastenfirmen". Hier liegt der Durch­ schnitt der Nennungen in allen Ländern bei 20 bzw. 16 Prozent. Und auch hier bildet sich ein ähnliches Muster heraus wie bei der Nennung "Niedrige Steuern": Besonders oft werden die Vorgaben "Steuerflucht" und "Briefkastenfirmen" in den steuerlich stark belasteten und wirt­ schaftlich hoch reglementierten Ländern gewählt, in Skandinavien sowie in Osterreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich. Es sind eher Männer, eher Befragte im mittleren Alter und eher Besserverdienende, bei denen diese Vorstellungen sich festsetzen. Und wiederum weist vieles darauf hin, dass beide Vorstellungen zum Klischee tendieren: Im deutschen Beispiel denken etwa nur 48 Prozent der Liechtenstein-Besucher an "Steuerflucht", aber 68 Prozent derer, die 60
        

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