Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
25
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000082729/173/
Irland mindest schon einmal vom Fürstentum gehört. Dieser Kenntniswert liegt also zwar etwas unter dem Wert in England, angesichts der grösse­ ren Entfernung zum Fürstentum verwundert diese etwas geringere Ver­ breitung des Wissens um den Staat zwischen Schweiz und Österreich je­ doch nicht. Sehr überraschend ist dagegen das Ergebnis der Sympathie­ frage: 43 Prozent der Iren, die auf die eine oder die andere Weise vom Fürstentum gehört hatten, erklärten, dass ihnen Liechtenstein ganz un­ sympathisch sei. Dieser Wert fällt ganz und gar aus dem Rahmen der Umfrage, wo im Durchschnitt der übrigen 20 Länder nur jeweils 5 Pro­ zent, meist zu vernachlässigende Randgruppen, erklären, dass Liechten­ stein ihnen ganz unsympathisch sei. Hier vergrössert sich diese Gruppe nun auf fast die Hälfte der Befragten. Die Gründe für diesen ungewöhnlich hohen Anteil von Missvergnüg­ ten finden sich nicht etwa in den übrigen Daten der Umfrage: Das Bild von Liechtenstein malt sich in den Köpfen der Iren nicht sehr viel anders als in denen der Befragten aus anderen Ländern. Die geographischen Kenntnisse stehen im Vordergrund, vergleichsweise stark prägt sich auch die Vorstellung des reichen Landes aus, allerdings sind dabei die Investi­ tionsmöglichkeiten ebensowenig bekannt wie die touristischen Attrak­ tionen. Anders als beim Bild, das etwa in England vorherrscht, spielt für die Einwohner der irischen Republik die Fürstliche Familie eine nicht ganz so wichtige Rolle. Und wenn sich dort der - durch die Faktoren­ analyse ermittelte - Faktor "Rückständiges Schweiz-Anhängsel" über­ durchschnittlich ausprägt, so bedeutet das lediglich, dass hier 12 statt der durchschnittlichen 9 Prozent angeben, Liechtenstein sei altmodisch oder rückständig. Wenn man die Urteile jener 43 Prozent der Iren, die Liechtenstein "completely unappealing" finden, nun mit den Beschreibungen der ande­ ren vergleicht, die positivere Empfindungen zu Protokoll geben, so fin­ det sich kaum ein Unterschied. Lediglich etwas blasser, weniger kontu­ renreich fällt das Liechtenstein-Bild der Erstgenannten aus. Da sich der starke Affekt gegen das Fürstentum Liechtenstein aus die­ sen Daten nicht erklärt, muss man zu seiner Erklärung das zeitliche Um­ feld betrachten, in dem die Daten erhoben wurden: Die Umfrage fand in Irland zwischen dem 14. und dem 24. Juni 1996 statt. Genau in diese Zeit fällt nun die Fussball-Europameisterschaft in England, an der die irische Mannschaft nicht teilnehmen konnte, weil sie ziemlich genau ein Jahr zuvor, am 3. Juni 1995, in einem Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein 173
        

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