Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
25
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000082729/17/
Einführung Darum wurde 1977 bei der ersten Liechtenstein-Untersuchung und auch diesmal wieder ein Verfahren angewandt, bei dem das Material mathematisch-statistisch verdichtet wird. Unter der Bezeichnung Fakto­ renanalyse gehört es zu den weltweit am meisten gebrauchten Verfahren. Deren Ziel ist, eine grosse Zahl einzelner Antworten daraufhin zu prü­ fen; welche besonders oft zusammen auftreten, und diese dann zu einem Faktor zusammenzufassen. Eine Beschreibung der Technik der Fakto­ renanalyse befindet sich im Anhang. Da 1977 und 1996 zum grössten Teil die gleichen Fragen und Antwortvorgaben verwendet wurden, las­ sen sich auf diese Weise teilweise über fast 20 Jahre hinweg für die schon 1977 eingeschlossenen 7 Länder die Entwicklungen der Einstellungen vergleichen und Trends erkennen. Sieben Faktoren wurden im Image von Liechtenstein identifiziert. Nach den in ihnen jeweils gebündelten Einzelvorstellungen wurden sie benannt als: unabhängiger Kleinstaat, Fürstentum, Freizeitattraktionen, modernes weltoffenes Land, Steuerparadies, reiches Land, rückständiges Schweiz-Anhängsel. Diese Faktoren werden im Bericht vorgestellt und kommentiert. Dabei mag die Zuordnung der Aussagen im Einzelfall verwundern. So könnte der Leser sich in den entsprechenden Kapiteln etwa fragen, weshalb die Vorstellung "Hat viel Industrie" hier nicht zum selben Fak­ tor gehört wie "Leistungsfähige Wirtschaft". Bei der Diskussion von Er­ gebnissen von Faktorenanalysen zeigt sich immer wieder diese Schwie­ rigkeit, dass man solche Faktoren "verstehen" und die Plausibilität des Zusammenhangs der zu einem Faktor zusammengefassten Einzelaussa­ gen prüfen will. Es ist aber verschwendete Mühe, die Faktoren im Hin­ blick darauf, ob sie einem im Zusammenhang einleuchten, prüfen zu wollen. Man muss genau umgekehrt an die Beschäftigung mit diesen Faktoren herangehen. Dass die zu einem Faktor zusammengefassten Einzelaussagen in der Wirklichkeit der Vorstellungen der Menschen mit angebbarer Häufigkeit zusammenhängen, ist empirisch erwiesen und kann jederzeit nachgewiesen werden. Man kann sich also mit der Frage auseinandersetzen, wie dieser Zusammenhang zu erklären ist und wie er, wenn er unplausibel wirkt, zustande gekommen sein mag. Das heisst, man muss das Entdeckungspotential dieser zu Faktoren zusammenge­ fassten Aussagen länderneutral bewerten und kommt dabei oft auf wich­ tige Zusammenhänge, auf die man durch blosses Nachdenken nie ge­ kommen wäre. Sehr anschaulich hat der grosse Pionier der 
Sozialfor­ 17
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.