Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
25
Erscheinungsjahr:
1999
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000082729/138/
Die Vorstellungen in 21 Ländern stentums in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland fallen die Anteile der Kenntnislosen kaum anders aus. Ein möglicher Grund für dieses verbreitete Wissen ist, dass Dänemark und Liechtenstein lange Zeit hindurch gemeinsam zur EFTA gehörten.9 Man kann annehmen, dass die politische und wirtschaftliche Verbunden­ heit der beiden Länder zugleich für eine Verstärkung der Aufmerksam­ keit und der Kenntnisse sorgte. Auch die Stärke und weite Verbreitung der Sympathien für Liechtenstein, die in Dänemark sogar noch häufiger angetroffen werden als etwa in Deutschland oder in den Niederlanden, mag hier einen ihrer Gründe haben.10 Das Bild, das sich die Dänen von Liechtenstein machen, enthält bei sehr vielen die Vorstellung von Steuervorteilen, von Brief kastenfirmen und Steuerflucht. Hier scheint es in den Köpfen eine Art von Gegenbild zum eigenen Land mit seiner hohen Steuerlast zu geben. Die besonderen Sympathien der Dänen für Liechtenstein sprechen dafür, dass manch einer sich für sein Heimatland eine ähnliche Zurückhaltung des Fiskus wünscht. Der Wohlstand der Liechtensteiner wird bemerkt, aber die leistungs­ fähige Wirtschaft darüber nicht vergessen: Jeder zweite, der schon von Liechtenstein gehört hat, assoziiert sie mit dem Fürstentum. Beim süd­ lichen Nachbarn Deutschland war diese Aussage nur von jedem zehnten zu hören: Hier wirken sich die engeren wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Dänemark und Liechtenstein aus. Fast ein Drittel denkt auch an die Möglichkeit zu seriösen Geldanlagen. Die Dänen haben nicht zuletzt gemeinsam mit einigen anderen Bevöl­ kerungen das beste Bild vom Urlaubsland Liechtenstein. 50 Prozent derer, die Kenntnis vom Fürstentum erlangt haben, assoziieren damit ein 9 Zwar war Dänemark 1991, als Liechtenstein Vollmitglied der EFTA wurde, schon längst zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft übergewechselt; aber auch zuvor war das Fürstentum ja durch ein besonderes Protokoll mit der Europäischen Freihandels-Asso- ziation verbunden. Vgl. dazu: Bericht und Antrag der Regierung an den Landtag des Fürstentums Liechtenstein betreffend Zielsetzungen und Prioritäten der liechtensteini­ schen Aussenpolitik. Drucksache Nr. 102/1996. S. 46. 10 Da sich aber z.B. beim früheren EFTA-Partner Norwegen doppelt soviele Unentschie­ dene finden wie in Dänemark, die weder Sympathien noch Antipathien für Liech­ tenstein äussern mögen, muss es neben den politischen und wirtschaftlichen Verbindun­ gen auch noch andere Ursachen für das relativ starke Gefühl der Verbundenheit geben. 138
        

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