betrieb miteinbezogen waren. Durch die Mithilfe der Insas- 
sen kam es zwangsläufig dann und wann zu Konfliktsitua- 
tionen. Daes sich beim Knecht nicht um einen Sozialarbei- 
ter, sondern um einen in landwirtschaftlichen Dingen aus- 
gebildeten Mitarbeiter handelte, war für ihn die Aufgabe 
umso schwieriger. Die Bürgerheimverwalter kónnen dies- 
bezüglich so manche tragischkomische Begebenheiten er- 
zühlen, die sie bei ihren Schlichtungen erleben mussten. 
Heute sind noch zwei ehemalige Bürgerheim-Verwalter 
unter uns. 
Amadeus Matt bekleidete über 16 Jahre die wohl nicht 
sehr einfache Aufgabe des Bürgerheimverwalters. Mit 
dem Eintritt ins Rentenalter legte Amadeus das Verwal- 
teramt nieder. Ab Anfang 1976 bis zur endgültigen Ueber- 
gabe des Landwirtschaftsbetriebs in das Pachtverháltnis an 
den Heilpádagogischen Verein, bekleidete David Mündle 
neben anderen Funktionen in der Gemeinde auch das Amt 
des Bürgerheimverwalters. Die beiden Mitbürger haben 
wesentlich dazu beigetragen, dass das Bürgerheim und der 
Betrieb so funktionierten. Die Dankesworte der Vorsteher 
bei der Verabschiedung der Verwalter geben Aufschluss, 
welcher Stellenwert diesem Amt beigemessen wurde. Der 
Landwirtschaftsbetrieb warf neben der Eigenversorgung 
soviel ab, dass er über Jahre gesehen, wenn auch nicht un- 
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bedingt rentabel, so doch selbsttragend war. Das Stallge- 
bäude, 1896 erbaut, war ein recht markanter Baukórper. 
Dieser zusammen mit dem Bürgerheim, verlieh dem Orts- 
teil Weiher seine unverwechselbare Identität. Die Eintei- 
lung der Ställe und des Futterbergeraums zwang zu einem 
arbeitsintensiven Betrieb. Der Knecht und Hilfsknecht 
wendeten unter diesen Umständen einen zu grossen Teil ih- 
rer Arbeitszeit für die Versorgung der Viehhabe auf. Dies 
wirkte sich besonders an den Wochenenden negativ aus, da 
dann nur jeweils eine Person im Einsatz war. 
Mit dem Auszug der Bürgerheim-Insassen stellte sich für 
den Gemeinderat zwangsläufig die Frage, ob der Landwirt- 
schaftsbetrieb in seiner bestehenden Struktur weiterge- 
führt werden soll. Im Gemeinderat und in den zuständigen 
Kommissionen kam man allgemein zur Ansicht, dass der 
Landwirtschaftsbetrieb auf jeden Fall weitergeführt wer- 
den soll. Als wichtigste Argumente galten: 
- In der Gemeinde besteht keineswegs ein Ueberangebot an 
Landwirtschaftsbetrieben. 
- Die Bewirtschaftung des Gemeinde-und Bürgerbodens, 
vor allem des wirtschaftlich weniger oder uninteressanten 
Bodens, ist gewährleistet. 
 
        

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