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beschrünktes Beratungs- und Vorschlagsrecht? ein. Das monarchische Prinzip, 
wonach die gesamte Staatsgewalt im Regenten vereinigt ist und dieser nur in 
der Ausübung bestimmter Rechte an die Mitwirkung der Landstánde gebunden 
ist, wurde darin voll verwirklicht?!. Die stándische Verfassung war im Grunde 
lediglich eine "Scheinverfassung noch ganz im Stile des Spátabsolutismus"?? 
und der jährlich zusammentretende Stándelandtag nicht viel mehr als eine 
"symbolische Einrichtung"?. Die verschiedenen Bittgesuche und Unruhen in 
den nachfolgenden Jahrzehnten vermochten die Situation der Untertanen kaum 
zu verbessern“. 
2. Die Revolution von 1848 
Das Revolutionsjahr 1848 erfasste fast ganz Europa. Sowohl auf national- 
liechtensteinischer als auch auf gesamtdeutscher Ebene kam es zu Vorstössen, 
die auf eine grundlegende Änderung der staatlichen Verhältnisse abzielten. 
a) Innerstaatliche Entwicklung 
Im Fürstentum nahm die Revolution "abgesehen von anfänglichen unbedeuten- 
den Ausschreitungen"® einen glimpflichen Verlauf. In mehreren Petitionen 
wandte sich die Bevölkerung an den Landesfürsten und forderte mehr Volks- 
rechte und eine freiheitlichere Verfassung®. Unter dem Blickwinkel der Wirt- 
schaftsfreiheit wurden insbesondere folgende Begehren vorgebracht: unentgelt- 
liche Aufhebung aller Feudallasten, Ablósung der Zehnten nach billigem Mass- 
stab, Freigabe der Jagd und Fischerei, Aufhebung der Zoll- und Handelsschran- 
ken, Fórderung von Gewerbe und Handel sowie Aufhebung von Gewerbemo- 
nopolen (wie Mühlen, Hanfreiben und Ziegelhütten). Allen wichtigen Punkten 
sagte der Fürst zu, und einige wenige wurden sogar umgehend verwirklicht?". 
Ein Entgegenkommen hinsichtlich der Feudallasten knüpfte er allerdings "an 
die Bedingung, dass im Lande die Rechtsgleichheit unter den Bürgern praktisch 
durchgeführt werde, indem die durch Gesetz und Übung bisher Bevorrechteten 
'auf ihre Privilegien verzichteten. Gemeint waren damit die Unterschiede im 
  
8 Die Befugnis des Stándelandtags beschränkte sich darauf, die vom Fürsten eingebrachten 
Steuerpostulate folgsam zu bestátigen (88 11 f. der landstándischen Verfassung). Vgl. dazu 
QUADERER, S. 31 ff. 
90 Siehe die $8 13-16 der landstündischen Verfassung. 
9! Vgl. QUADERER, S. 18. 
92 GEIGER, S. 24. Ahnlich QUADERER, S. 30. 
93  PAPPERMANN, Regierung, S. 32. 
% Dazu QUADERER, S. 42 ff. 
95  SCHADLER, Entwicklung, S. 36. Vgl. auch GEIGER, S. 57 ff. 
96 — Vgl. GEIGER, S. 63 f., 65 ff. und 79 f. 
92 . Vgl. GEIGER, S. 72.
        

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