2. Die Konzessionen 
Mit der Konzession°”* wird dem Konzessionär ein Recht übertragen, über wel- 
ches das Gemeinwesen aufgrund der Herrschaft über öffentliche Sachen (öf- 
fentliche Gewässer, Strassen und Plätze)”* oder aufgrund eines Monopols (Re- 
gals)®5 verfügt. Entsprechend spricht man von Sondernutzungs- oder von Mo- 
nopolkonzessionen. Die Rechtsnatur der Konzessionserteilung ist umstritten“”. 
Sie wird als mitwirkungsbedürftige Verfügung oder als verwaltungsrechtlicher 
Vertrag betrachtet. Richtig ist wohl, wenn man davon ausgeht, dass es sich bei 
der Erteilung der Konzession um einen einseitigen staatlichen Hoheitsakt han- 
delt. Der Inhalt der Konzession wird indessen zwischen dem Konzedenten und 
dem Konzessionär unter Vorbehalt zwingender Bestimmungen frei vereinbart, 
womit die Konzession einem vertraglich begründeten Rechtsverhältnis ver- 
gleichbar wird”. Von der gewôhnlichen Bewilligung unterscheidet sich die 
Konzession in drei Punkten?*: Die Konzessionserteilung ist zunächst wesent- 
lich ermessensbedingt. Bei den meisten Konzessionen ergibt sich dies aus dem 
Umstand, dass sie nur in sehr beschränkter Zahl verliehen werden können und 
deshalb eine Auswahl zwischen den Gesuchstellern getroffen werden muss. Die 
Verleihung begründet zum zweiten ein wohlerworbenes Recht, dessen wesentli- 
cher Gehalt aus Gründen des Vertrauensschutzes unwiderruflich und geset- 
zesbeständig ist und unter dem Schutz der Eigentumsgarantie steht??. Schliess- 
lich lässt sie ein komplexes Rechtsverhültnis entstehen, welches für das Ge- 
  
973. Dazu: FLEINER-GERSTER, Verwaltungsrecht, $ 22 Rz. 29 ff.; HAFELIN/MÜLLER, Rz. 2008 ff; 
KNAPP, Nr. 1395 ff. Einen Eindruck über die Vielfalt von Konzessionen bietet GYGI, Ver- 
waltungsrecht, S. 195 ff. 
974 Beispiel: Verleihung von Wasserrechtskonzessionen; vgl. Wasserrechtsgesetz vom 10. No- 
vember 1976, LGBI. 1976 Nr. 69, LR 721.10. 
675 Beispiel: Konzessionierung der dem Postregal unterstehenden Luftseilbahnen, Schlittseilbah- 
nen, Aufzüge und ähnlichen Transportanlagen mit Seilantrieb oder Seilfahrbahn; vgl. Verord- 
nung vom 13. Mai 1980 über die Luftseilbahnen (Luftseilbahnkonzessionierungsverordnung), 
LGBI. 1980 Nr. 44, LR 743.0. Zum Postregal und zur Luftseilbahnkonzession vgl. CHRISTIAN 
KONG, Die Konzessionierung von Luftseilbahnen nach Bundesrecht, Diss. Bern 1988, S. 41 
ff. und 67 ff. Das liechtensteinische Postregal steht zwar dem Fürstentum Liechtenstein zu, 
wird aber aufgrund staatsvertraglicher Vereinbarung von der Schweiz besorgt. Schweizeri- 
sche Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die das Post- und Fernmeldewesen betreffen, gel- 
ten daher auch in Liechtenstein; vgl. Vertrag zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft über die Besorgung der Post- und Fernmeldedienste im 
Fürstentum Liechtenstein durch die Schweizerischen Post-, Telefon- und Telegrafenbetriebe, 
LGBI. 1978 Nr. 37, LR 0.783.591.011. 
976. Vg]. ZBI 1987, S. 137 (mit Hinweisen); GYGL, Verwaltungsrecht, S. 205 f. 
677 RHINOW/KRAHENMANN, Nr. 46 B IV a; VALLENDER, $ 13 Rz. 49; ühnlich FLEINER-GERSTER, 
Verwaltungsrecht, $ 22 Rz. 40. 
978. Vg], KNAPP, Rz. 1402 ff. 
679  FEHR, S. 147; L BECK, Enteignungsrecht, S. 18 Fn. 1.
        

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