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Grundrechte, sondern vielmehr dafür, dass der Gesetzgeber dem ihm aus den 
Grundrechten erwachsenen Schutzauftrag weitestgehend nachgekommen ist'°. 
Die Konflikte, welche zwischen den Bürgern auftreten, kónnen daher in aller 
Regel bereits aufgrund des grundrechtskonform gestalteten Gesetzesrechts 
befriedigend gelóst werden. Bei privater wirtschaftlicher Machtausübung (Boy- 
kott, kartellistische Absprachen, vertragliche Berufsausübungsverbote usw.) 
bieten die Normen des Zivil- und Strafrechts, insbesondere der zivilrechtliche 
Persônlichkeitsschutz'*, das Lauterkeitsgesetz! sowie die wirtschaftsstraf- 
rechtlichen Bestimmungen des Strafgesetzbuches, wirksamen Schutz. Ein 
Rückgriff auf Grundrechte drängt sich nur selten auf. Dennoch wäre es zu be- 
grüssen, wenn für die Begründung zivil- und strafrechtlicher Urteile vermehrt 
auch Grundrechtsargumente gehört würden; denn die Grundrechte besitzen als 
grundlegende Werte der Rechtsgemeinschaft grosse Überzeugungskraft und 
sind zudem in der Bevölkerung am ehesten geläufig'®. 
  
fondamentaux dans la jurisprudence récente du Tribunal fédéral suisse, in: FS Werner Kagi, 
Zürich 1979, S. 14: "Les auteurs parlent constamment de la 'Drittwirkung', mais tout se passe 
comme si le Tribunal fédéral ne les entendait guère." 
Vgl. auch E StGH 1996/8 vom 30.08.1996, S. 157, E. 22.1, wo der StGH ohne im einzelnen 
auf die "dogmatisch anspruchsvolle Drittwirkungsproblematik" einzugehen vor einer "ge- 
führliche(n) Verwasserung und Trivialisierung des Grundrechtsschutzes warnt. 
Zur Kongruenz von Privatrecht und Grundrechten vgl. etwa RÜFNER, Grundrechtsadressaten, 
Rz 721 
Vgl. Art. 38 f. PGR; dazu: MARIE-THERES FRICK, Persónlichkeitsrechte, Rechtsvergleichende 
Studie über den Stand des Personlichkeitsschutzes in Ósterrreich, Deutschland, der Schweiz 
und Liechtenstein, Wien (Diss. Innsbruck) 1991, S. 253 ff. 
165. Gesetz vom 22. Oktober 1992 gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), LGBI. 1992 Nr. 
121, LR 240. 
Vgl. ROGER ZACH, Der Einfluss des Verfassungsrechts auf das Privatrecht bei der Rechtsan- 
wendung, in: SJZ 1989, S. 9 f. 
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