56 
Mangels an unveränderbaren, immobilen Standortvorteilen ist die Verletzlich- 
keit der liechtensteinischen Wirtschaft relativ gross '^6. 
II. Die Wirtschaftsstruktur 
Von der Gesamtzahl der mehr als 22'000 Arbeitsplätze in Liechtenstein finden 
sich 2 % im ersten Sektor (Land- und Forstwirtschaft, Garten- und Gemüsebau), 
46 % im zweiten Sektor (Industrie, produzierendes Gewerbe und Handwerk) 
und 52 % im dritten Sektor (Dienstleistungen wie Handel, Gastgewerbe, Ban- 
ken, Versicherungen, Rechtsberatung, Gesundheits- und Bildungswesen, ôf- 
fentliche Verwaltung)*^^. Ausgesprochen hoch ist der Auslánderanteil. Er be- 
trägt an der gesamten Wohnbevölkerung etwa 39 %, an der aktiven Wohnbe- 
völkerung etwa 40 % und an der Gesamtbeschäftigung (unter Einschluss der 
Grenzgänger und Saisonniers) rund 61 %*$. Die errechneten Ausländeranteile 
sind jedoch insofern relativiert zu sehen, als aufgrund der bislang restriktiven 
Gesetzgebung“ nur wenige Einbürgerungen erfolgten. Der Zuzug von Auslàn- 
dern wird in erster Linie durch die zwei Begrenzungsverordnungen^? geregelt, 
welche ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Zahl der liechtensteinischen 
und der ausländischen Bevölkerung zum Ziel haben. 
In der liechtensteinischen Landwirtschaft ist der bäuerliche Familienbetrieb 
noch immer vorherrschend. Die durchschnittliche Betriebsgrösse beträgt heute 
etwa 21 Hektaren. Im internationalen Vergleich fällt der hohe Anteil an flä- 
chenmässig kleinen Nebenerwerbsbetrieben auf”. Das Hauptgewicht der land- 
wirtschaftlichen Nutzung liegt nach wie vor auf der Viehhaltung und hier haupt- 
sächlich auf der Milchproduktion. Neben der Futterproduktion für die Tier- 
haltung hat auch der Feldgemüsebau eine starke Ausdehnung erfahren“, Der 
Selbstversorgungsgrad liegt mit Ausnahme der Milch bei allen Nahrungsmitteln 
deutlich unter 100 96/9. Die Zielsetzungen in der Landwirtschaft haben sich 
während der letzten Jahre in Richtung Landschaftspflege, Tierschutz und um- 
weltschonende Produktion verschoben. Selbstversorgung, Versorgungssicher- 
heit und kostengünstige Produktion sind dagegen nur noch zweitrangig von Be- 
  
446 Ebenso WYTRZENS, S. 24. 
447 wg]. SUB 1996, S. 89 ff.; Interpellationsbeantwortung EWR, S. 3. 
^8 StJB 1996, S. 22 und 97. 
449 Gesetz vom 4. Januar 1934 über den Erwerb und Verlust des Landesbürgerrechtes in der 
Fassung des Gesetzes vom 2. November 1960, LGBI. 1960 Nr. 23, LR 151.0. 
450 Verordnung vom 18. April 1995 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer im Fürstentum 
Liechtenstein (Begrenzungsverordnung; BVO), LGBI. 1995 Nr. 87, LR 152.21, und Verord- 
nung vom 18. April 1995 über den Personenverkehr im EWR (BVO-EWR), LGBI. 1995 Nr. 
88, LR 152.22. 
431 K. BÜCHEL, S. 4 f. 
432. Vgl, ERNST OSPELT, Landwirtschaft, in: FLD, S. 244 ff. 
43 K. BÜCHEL, S. 7 f.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.